Die Grünen historisch stark, die CDU historisch schwach: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Partei ihre Position als Nummer eins im Südwesten klar verteidigt. Hochrechnungen zufolge kommen die Grünen auf rund 33 Prozent und sind so mit Abstand stärkste Kraft im Stuttgarter Landtag.

Er verstehe das Ergebnis als »Auftrag, unserem Land weiter als Ministerpräsident zu dienen«, sagt Kretschmann. Es gelte nun, eine »verlässliche und stabile Regierung zu bilden«. Eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition kommt ebenso in Betracht wie ein Ampel-Bündnis mit SPD und FDP – möglicherweise ist sogar ein grün-rotes Bündnis eine Option.

Wie kam es zu diesem Ergebnis? Wer gewann Stimmen von der Konkurrenz hinzu? Der Überblick.

Die Grünen überzeugten vor allem frühere CDU-Wählerinnen und Wähler: Rund 70.000 von ihnen gaben der Partei von Regierungschef Kretschmann ihre Stimme. Das geht aus einer Analyse der vorläufigen Wählerwanderung von Infratest dimap für die ARD hervor. Die Grünen jagten auch der SPD (25.000) und der AfD (5000) Wähler ab. Dagegen verloren sie 30.000 Stimmen an die FDP sowie 70.000 an andere Parteien. 75.000 frühere Grünen-Wählerinnen und -Wähler wählten sie diesmal nicht.

63,7 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Damit lag die Wahlbeteiligung niedriger als bei den letzten beiden Landtagswahlen 2016 und 2011.

Die CDU gewann 55.000 frühere AfD-Wählerinnen und Wähler hinzu. Im Übrigen verlor sie in alle Richtungen – auch ans Nichtwählerlager. 110.000 frühere Wählerinnen und Wähler der CDU stimmten dieses Mal nicht ab.

10.000 Stimmen verloren die Christdemokraten an die SPD. Zudem gewannen die Sozialdemokraten auch 5000 Stimmen von der AfD hinzu. Stimmenverluste hatte die SPD dagegen an die Grünen (25.000), die FDP (15.000) und andere Parteien (25.000). 60.000 einstige SPD-Wählerinnen und Wähler gingen in diesem Jahr nicht zur Wahl.

Die FDP nahmen allen…