Viel wurde vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg über eine Ablösung der schwarz-grünen Regierung durch eine Ampelkoalition von Grünen, FDP und SPD spekuliert. Die Hochrechnungen lassen eine solche Konstellation in jedem Fall zu – doch nach aktuellen Ergebnissen könnten Grüne und SPD beim Bau der Ampel theoretisch auch auf die Gelbphase verzichten.

Laut ARD kämen Grüne und SPD mit 32,4 und 11,6 Prozent der Stimmen gemeinsam auf 72 der 143 Sitze im Stuttgarter Landtag (Stand 19.58 Uhr). Das würde knapp für eine hauchdünne Mehrheit reichen – eine Regierungsbeteiligung der FDP wäre damit für den künftigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann theoretisch verzichtbar.

Nach Hochrechnungen des ZDF reicht es dagegen noch nicht für eine rot-grüne Regierung ohne Beteiligung der FDP. Grund ist, dass der Landtag den ZDF-Hochrechnungen zufolge 151 Sitze haben wird, damit braucht es für eine Mehrheit 76 Sitze. Auch nach SPIEGEL-Daten verfehlen Grüne und SPD die Mehrheit knapp.

Ob eine grün-rote Regierung auch für die Parteien überhaupt infrage kommt, wird sich in den Sondierungsgesprächen erst noch zeigen müssen. Grüne und SPD koalierten bereits in der ersten Amtszeit Winfried Kretschmanns von 2011 bis 2016 miteinander, stellvertretender Ministerpräsident war damals der SPD-Politiker Nils Schmid. Auch damals reichte es für das Bündnis nur knapp: Die Parteien regierten mit 71 von 138 Sitzen.

Kretschmann will mit allen Parteien Gespräche führen

Die Grünen würden in der kommenden Woche »alle Parteien des demokratischen Verfassungsbogens« anschreiben und zu Gesprächen einladen, sagte Kretschmann – und schloss damit indirekt die AfD aus. Dass die Christdemokraten dabei den Auftakt machen, solle nicht als Zeichen gewertet werden, sagte Kretschmann. Man orientiere sich an den Wahlergebnissen.

Bei der SPD frohlockt man dagegen bereits über ein mögliches grün-rotes Bündnis ohne Beteiligung der Liberalen. »Jetzt gibt es bereits eine Sitzmehrheit…