Klara ist die perfekte Gefährtin für die junge Josie: freundlich; immer da, wenn man sie braucht; bereit, sich bedingungslos zu opfern, wenn das Mädchen in Gefahr ist. Doch Klara ist keine normale Freundin. Einmal wird sie von einer Nachbarin gefragt: „Du bist doch ein Gast? Oder soll ich dich behandeln wie einen Staubsauger?“ Klara ist eine KF, eine künstliche Freundin. Ein Android, der dazu da ist, ein Menschenkind ins Erwachsenenalter zu begleiten.

Was macht Künstliche Intelligenz mit unserer Gesellschaft?

Klara und Josie leben in einem Amerika in ferner Zukunft. Eine Welt, die vielleicht gar nicht mehr so fern ist und in der die Menschen in ein Kastensystem gepfercht sind: diejenigen, die noch nützlich zu sein scheinen für die Gesellschaft, und jene, die aussortiert werden – weil sie nicht mitmachen wollen, oder weil sie nicht mehr gebraucht werden. Denn längst haben Künstliche Intelligenzen viele Aufgaben übernommen und viele Jobs überflüssig gemacht.

Ein realistisches Szenario, sagt Kazuo Ishiguro im Interview: „Ich fürchte mich nicht vor Künstlicher Intelligenz, sie ist in vieler Hinsicht eine Bereicherung. Aber wir müssen uns mit der Herausforderung auseinandersetzen, was das für die Arbeitswelt bedeutet. Unsere Gesellschaften sind so organisiert, dass wir alle einen Job haben, dass wir davon leben und uns und unsere Familien ernähren können. Das wird sich verändern – und dem müssen wir uns stellen.“

Eine Welt ohne Erinnerung – und ohne Aufbegehren

Zukunftsvision: Eine Gesellschaft aus Menschen und Androiden

„Klara und die Sonne“ ist nicht einfach eine dystopische Fantasie. Der Roman, Kazuo Ishiguros achter, stellt wie alle seine Bücher große, existenzielle Fragen: Wie erinnern wir uns – und an was? Was macht uns zum Menschen? Was heißt es zu lieben – und welchen Preis sind wir bereit, dafür zu zahlen?

Für Klara gibt es keine Erinnerung. Sie muss sich die Welt durch Beobachtung erschließen, begreift erst allmählich, welche Aufgabe…