Die Junta in Myanmar hat nach neuen Protesten das Kriegsrecht in zwei Stadtteilen von Yangon (früher: Rangun) verhängt. Der Kommandeur in der Region Yangon erhalte entsprechende Vollmachten, um „effizienter die Sicherheit aufrechtzuerhalten sowie Rechtsstaatlichkeit und Ruhe zu gewährleisten“, sagte ein Nachrichtensprecher im Staatsfernsehen.

Die Sonderbefugnisse gelten demnach in den Stadtteilen Hlaing Tharyar und Shwepyitha. Seit der Machtübernahme des Militärs Anfang Februar gehen die Menschen in dem ostasiatischen Land jeden Tag zu Zehntausenden auf die Straße. Die Sicherheitskräfte rücken mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen die Demonstranten vor.

Bilanz des Wochenendes

Die Zahlen über die Opfer gehen in den Berichten etwas auseinander. Die Nachrichtenagentur Reuters bilanziert, dass am Wochenende mindestens 29 weitere Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden seien. Am Sonntag eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten in Yangon und töteten dort zunächst mindestens 14 Menschen. Zwei weitere Tote gab es laut Medien und Augenzeugen in anderen Städten. Bereits am Samstag wurden mindestens 13 Todesfälle bekannt. Der Staatssender MRTV berichtete, in der Stadt Bago seien ein Polizist getötet und drei weitere verletzt worden. Demonstranten hätten Steine geworfen und Steinschleudern benutzt.

Mitteilung der Zivilregierung

Die von der Armee abgesetzte Zivilregierung meldete sich über Facebook mit einer Ansprache an das Volk. Der amtierende Regierungschef Mahn Win Khaing Than kündigte an, die gesetzliche Grundlage dafür zu schaffen, „dass die Menschen das Recht haben, sich selbst zu verteidigen“. Er sprach vom „dunkelsten Augenblick des Landes“ und fügte hinzu, die „Morgendämmerung“ sei aber nah. Mahn Win Khaing Than befindet sich auf der Flucht wie die meisten hochrangigen Vertreter der Regierungspartei Nationale Liga für Demokratie (NLD). Die gestürzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi befindet sich im…