Im Wahlkampfendspurt versuchte es Christian Baldauf noch einmal mit einem einfachen Spruch: »30 Jahre SPD sind genug«, lautete der Slogan des CDU-Spitzenkandidaten in Rheinland-Pfalz. Ein bisschen verzweifelt wirkte das. Als wollten ausgerechnet die bundesweit schwer angeschlagenen Christdemokraten eine Wechselstimmung herbeireden, die es gar nicht gibt.

Weder in Rheinland-Pfalz noch im Nachbarland Baden-Württemberg (hier und hier die Zahlen im Überblick).

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Wahlplakat mit CDU-Kandidat Baldauf

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Denn eines lässt sich nach den beiden Landtagswahlen bereits jetzt sagen: Die Parteien der Amtsinhaber bleiben jeweils klar stärkste Kraft.

In Mainz dürfte auch in Zukunft SPD-Frau Malu Dreyer regieren, in Stuttgart weiterhin der Grüne Kretschmann. Die Menschen im Südwesten haben ein Votum für Beständigkeit abgegeben.

Das aber ist nur die eine Geschichte an diesem Sonntag.

Die Ergebnisse dieser beiden Wahlen dürften auch die Bundespolitik erschüttern, mitprägen. Sie treffen gerade in CDU ins Mark und lenken obendrein den Fokus auf ein Koalitionsmodell, dem bislang wenig Beachtung geschenkt wurde. Fünf Lehren aus den Landtagswahlen:

1. Die Ampel wird zum Modell

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Ampel-Koalitionäre in Rheinland-Pfalz: Anne Spiegel (Grüne), Malu Dreyer (SPD), Volker Wissing (FDP)

Foto: Andreas Arnold / picture alliance / dpa

Seit 2016 regiert in Rheinland-Pfalz eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP – und die Chancen stehen zumindest gut, dass es auch in Zukunft dabei bleibt. Allein das wäre schon historisch: Die Neuauflage einer Ampel – das gab es in Deutschland bislang noch nie.

Bundesweit aber galt Rot-Grün-Gelb bislang allenfalls als Außenseitermodell. Das könnte sich nun ändern. Denn auch ein Baden-Württemberg scheint die Ampel nun möglich.

Auch wenn Ministerpräsident Kretschmann zuletzt noch einmal auf Schmusekurs zu seinem aktuellen Koalitionspartner, der…