von Andreas Hoffmann

09.03.2021, 06:13 Uhr

Bei den anstehenden Landtagswahlen dürfte die CDU kräftig verlieren. Korruptionsaffäre und Pandemie-Pannen machen den Wahlkämpfern zu schaffen.

Dass Robert Habeck auch Prophet kann, ist noch viel zu wenig beachtet worden. Der Mann schaut in die Zukunft. Dieser Eindruck entsteht, wenn man sich an den 27. Januar erinnert. Der Grünen-Chef saß bei Sandra Maischberger, neben dem anderen großen Corona-Propheten Karl Lauterbach, philosophierte über die Union und deren Chancen bei der Bundestagswahl. Die hohen Umfragewerte beeindruckten ihn nicht, sie seien nicht stabil und hingen am Wirken der Regierung in der Pandemie. Wenn die Menschen begännen, mit dem Kurs zu hadern, würden auch die Umfragewerte sinken: „Wir wissen nicht, was passiert.“

Was wie eine Binse klang, erweist sich sechs Wochen später als prophetisch. Nach monatelangem Höhenflug in den Umfragen haben CDU und CSU den Sinkflug eingeleitet, 32 Prozent der Bürger wollen sie derzeit noch wählen, April 2020 waren es 38 Prozent. Neue Tiefschläge drohen am Sonntag bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. 

Zustimmung für CDU schwindet

Beide Bundesländer sind Stammländer der Union, eigentlich, und doch ist das Amt des Ministerpräsidenten für die CDU so erreichbar wie die Meisterkrone für Schalke 04. Nicht mal die eigenen CDU-Wähler trauen der baden-württembergischen Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann den Job zu, laut des ZDF-Politbarometers vom vergangenen Donnerstag begeistern sich für sie nur 29 Prozent der CDU-Wähler. Den Grünen Winfried Kretschmann wünschen sich immerhin 59 Prozent der CDU-Sympathisanten.

Was nicht wundert. Den „Konservativen-Flüsterer“ hat er so eingeübt, dass sich nicht wenige fragen: „Was ist an Kretschmann noch grün?“ Eisenmann hat zudem mit diversen Pannen in ihrem Kultusressort,…