Koraput, im ostindischen Hinterland. Reena Jani kocht Mittagessen, bevor sie per Motorrad zu ihrem Impftermin fährt. Jani arbeitet im Gesundheitswesen und gehört deshalb zu den 300 Millionen Indern, die bis August ein Vakzin erhalten sollen. Dafür muss der Impfstoff auch in die entlegensten Ecken des Subkontinents verteilt werden – eine Mammutaufgabe. Auch wegen der großen Entfernungen kommt das selbsternannte »größte Impfprogramm der Welt« nur langsam voran. Zum anderen, weil die Infektionszahlen vergleichsweise niedrig und viele Inder unsicher sind. So auch Jani.

Reena Jani, Mitarbeiterin im Gesundheitswesen

»Jemand hat mir gesagt, dass die Menschen ohnmächtig werden, sie bekommen Fieber und einige sterben nachdem sie die Injektion bekommen haben. Das hat mich beunruhigt.«

Von den anvisierten 300 Millionen, etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung, sind knapp zwei Monate nach Beginn der Kampagne noch keine 15 Millionen Menschen geimpft. In diesem Tempo würde es Jahre dauern, das Ziel zu erreichen.

Doch im Serum Institute of India, dem größten Impfstoffhersteller der Welt, wird seit Monaten auf Hochtouren der AstraZeneca-Impfstoff »Covishield« produziert, gut 100 Millionen Dosen im Monat sollen es mittlerweile sein – mehr als verimpft oder ins Ausland verkauft werden konnte. Weitere Hersteller wie Bharat Biotech produzieren ebenfalls oder sind in Testphasen. So konnte die Regierung Ende Januar genug Ampullen einkaufen, um mit günstigen oder gar verschenkten Lieferungen Außenpolitik zu betreiben, wie hier in Afghanistan.

Raghuram S

Indischer Botschaften Afghanistan

»In guten wie in schlechten Zeiten haben Afghanistan und Indien zusammengehalten. Wir nennen es »Vaccine Maitri« was so viel bedeutet wie Freundschaft durch Impfungen.«

Afghanistan bekam 500.000 Dosen, Nachbar Bangladesch zwei Millionen, weitere Lieferungen gingen unter anderem an Nepal, Myanmar und Sri Lanka – alle kostenlos. Andere Länder weltweit erhielten Lieferungen der indischen Regierung…