Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Videonale geht in diesem Jahr an den taiwanesischen Künstler Che-Yu Hsu. In seiner Videoarbeit „Single Copy“ setzt er sich künstlerisch mit dem harten Schicksal der siamesischen Zwillinge Chang Chung-Jen und Chang Chung-I auseinander.

Die beiden Brüder waren die ersten siamesischen Zwillinge, die 1979 in Taiwan chirurgisch getrennt wurden. 2019, am 40. Jahrestag ihrer Operation, starb der Bruder Chang Chung-Jen plötzlich an einer Hirnblutung.

„This day wont last“: Videoarbeit des tunesischen Künstler Mouaad el Salam

Che-Yu Hsu hat seine Videoarbeit aus der subjektiven Sicht des überlebenden Zwillings gedreht. Die Videonale-Jury habe er „mit seiner mühelosen Erzählkunst, sorgfältiger Komposition, technischer Raffinesse und seinem visuellen Scharfsinn“ überzeugt, so das Festivalbüro am Freitag (5.3.2021) in der Preisbegründung.

„Single Copy“ spiele mit Elementen der Kopie und der erneuten Wiederholung: In der Videoarbeit falte und entfalte Chang Chung-I eine Serviette, fahre Endlosschleifen mit einem dreirädrigen Roller oder renne zwischen Oldtimer-Bussen hin und her. Die Bilder hätten viel mit seinen realen Träumen zu tun.

Das kürzeste Musical der Welt: Videoarbeit „Lupi Lupi Lupi“ (5:20 Min.) von Adam Castel (GB 2019)

Eine lobende Erwähnung erhielt die georgische Künstlerin Tekla Aslanishvili für „Scenes from Trial and Error“. Mit ihrer ambitionierten Videoarbeit hat sie sich auf eine Spurensuche des gescheiterten Milliarden-Projektes „Lazika and Anaklia City“ an der georgischen Küste begeben. Mit dokumentarischen Mitteln zeigt sie die materiellen und sozialen Konsequenzen auf, die die langjährigen Aufbauversuche dieses futuristischen Hafenstadt-Projektes mit sich gebracht hätten.

Ambitioniertes Festivalprogramm

Seit ihrer Gründung im Jahr 1984 findet die Videonale, das Festival für „Video und zeitbasierte Kunstformen“ alle zwei Jahre in Bonn statt. Mit ihrem ambitionierten Programm aus Ausstellung und…