Sechs Jahre, kein WM-Titel, dafür aber jede Menge Frust und zuletzt sogar nur noch die Nr. 2 im Team. Keine Frage: Von der Zusammenarbeit hatten sich 2015 sowohl der italienische Traditionsrennstall Ferrari als auch Sebastian Vettel viel mehr versprochen. Trotz einiger Siege und Lichtblicke war das Engagement des ersten Deutschen nach Michael Schumacher bei der Scuderia eine einzige Enttäuschung. Doch die Zeit ist vorbei, Vettels Blick ist nach vorne gerichtet. Denn statt des Karriere-Endes, das auch im Raum gestanden hatte, wählte Vettel den Neuanfang bei Aston Martin. Der Rennstall geht in der Saison 2021 als Nachfolger des Racing Point Teams an den Start. 

„Ich schaue nicht mehr auf Ferrari“, sagt der Vierfach-Weltmeister im Gespräch mit der DW. Es gehe darum, „das Maximum aus unserem Potenzial herauszuholen. Und dass wir als Team wachsen können.“ Ferrari ist nun Gegner und keine „rote Liebe“ mehr. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in dieser Saison mehr als einen Ferrari überholen können“, sagt der 34-Jährige, beteuert aber sofort wieder, nach vorne schauen zu wollen: „Ich verbringe nicht wirklich Zeit damit zurückzublicken. Ich freue mich vielmehr auf die neue Herausforderung und versuche, jedes kleine Detail zu finden, das uns helfen kann, uns zu verbessern.“ 

„Nicht James Bond“ 

Vetttel (l.) und Teamkollege Stroll präsentieren den Aston Martin AMR21

Mit Aston Martin ist ein ganz großer Traditionsname des Motorsports nach 61 Jahren zurück in der Königsklasse. Noch mehr als für Formel-1-Nostalgie steht der britische Sportwagenhersteller für die legendären Gefährte, die Geheimagent James Bond rasant über die Leinwand steuerte. „Ich bin nicht James Bond“, sagt Vettel, „und ich bin mir sicher, dass ich viel schneller fahren werde, als er es tut.“ 

Auch Vettels neuer Teamkollege Lance Stroll kennt das Siegerpodium, wenn auch längst nicht so gut wie der Deutsche. Dreimal schaffte es der Kanadier bisher zur Champagner-Dusche, jeweils als…