Nun also auch Rosenborg! Nachdem sich zuvor bereits drei andere norwegische Fußballvereine für einen Boykott der WM in Katar ausgesprochen hatten, schloss sich auch Norwegens erfolgreichster und bekanntester Klub dem Protest an. Allerdings nicht ganz freiwillig: Auf der Jahreshauptversammlung, die am Donnerstagabend per Videokonferenz stattfand, war der Antrag, sich dem Boykott anzuschließen, von drei Vertretern der Fanszene eingebracht worden. In der Abstimmung gab es dann ein deutlich positives Votum der Mitglieder.

Rosenborg-Chef Koteng: „Direkter Einfluss“

Die Vereinsführung von Rosenborg hätte dagegen lieber weiterhin den Weg beschritten, den auch Norwegens Fußballverband NFF bislang geht: den der Diplomatie und des offenen Dialogs mit den Veranstaltern in Katar. „Es ist eine knifflige Sache. Man kann nicht sagen, ob das eine oder das andere besser ist“, sagte Rosenborgs Vorstandschef Ivar Koteng der Tageszeitung „Verdens Gang (VG)“.

Mit der Boykott-Frage beschäftigt: NFF-Generalsekretär Pål Bjerketvedt (l.) und Rosenborg-Chef Ivar Koteng (r.)

„Prinzipiell steht Rosenborg für Offenheit. Wir sind dafür, direkten Einfluss zu nehmen und glauben auch, dass man auf diese Art und Weise, die Welt zu einem besseren Ort machen kann.“ Nun aber habe die Jahreshauptversammlung anders entschieden. „Es fällt auch nicht schwer, die Argumente der anderen Seite nachzuvollziehen“, gab Koteng zu.

Ein möglicher Boykott der WM in Katar wird nicht nur bei Rosenborg BK, sondern in ganz Norwegen kontrovers diskutiert. Er wird wohl auch bei der NFF-Vollversammlung, die am 14. März stattfindet, eines der Hauptthemen sein.

Anstoß zur Bewegung aus Tromsø

Den Anstoß zur „Katar-Bewegung“ hatte mit Tom Høgli ein ehemaliger norwegischer Nationalspieler und dessen letzter Verein Tromsø IL gegeben. Der Klub aus der nordnorwegischen Hafenstadt hatte mit seinem Boykott-Aufruf am 26. Februar auf die Meldung der birtischen Zeiung „Guardian“ reagiert, die deutlich höhere Todeszahlen unter…