Der Nationale Volkskongress ist der wichtigste Termin in Chinas politischem Kalender und dieses Jahr ist es noch ein bisschen außergewöhnlicher als normalerweise. Der Volkskongress tagt immer im März, nur im letzten Jahr hat man ihn wegen der Pandemie auf den Mai verschoben. Dieses Jahr ist er wieder zum normalen Termin, aber die Begleitumstände sind immer noch nicht normal.

Etwa 3000 Delegierte sind aus allen Landesteilen nach Peking gekommen. Allen von ihnen hat man, wie man das heutzutage auf Deutsch sagt, ein Impfangebot gemacht. Dem Vernehmen nach haben die meisten das auch angenommen. Sie dürfen derzeit nur ihre Hotels verlassen, um in die große Halle des Volkes zu fahren, die am Ende dieser großen Straße liegt, und dort an Sitzungen teilzunehmen.

Dorthin werden sie kutschiert mit Fahrern, die geimpft sind, von einem speziellen Taxi-Service und auch die Hotelbediensteten sind alle geimpft. Diplomaten, die an der Eröffnungszeremonie teilnehmen wollten, haben Medienberichten zufolge einen negativen Corona-Test vorlegen müssen und sich dann eine Nacht lang in einem staatlichen Gästehaus in Quarantäne begeben müssen.

Auch für uns Journalisten ist dieses Jahr vieles anders. In normalen Jahren dürfen wir auch in die große Halle des Volkes gehen, sofern wir akkreditiert sind, können dort arbeiten, können Interviews machen. Dieses Jahr ist es nur in wenigen Ausnahmen möglich. Einzelne Kameraleute von den Fernsehsendern sind akkreditiert worden und Mitarbeiter von Staatsmedien.

Alle anderen haben dieses Jahr keinen Zulass. Wir sind eben gerade an der großen Halle des Volkes vorbei gefahren, um uns da mal umzuschauen. Schon auf den obersten Stufen der U-Bahn Treppe hat uns dann die Polizei abgefangen und uns freundlich belehrt, dass wir dort nicht erwünscht sind.

Derart abgeschirmt werden die Delegierten Entscheidungen bestätigen, die die politische Führung von China vorbereitet hat, darunter das Verteidigungsbudget. Der Umgang mit Corona wird eine Rolle spielen, das…