Biografie
Bugsy Siegel war der Lieblings-Gangster Hollywoods – bis er im Kugelhagel starb

Die Serie „Mob City“ zeigt den letzten Moment von Bob Siegel. Daneben das Tatortfoto des LAPD.

© PR

von Gernot Kramper

05.03.2021, 19:35 Uhr

Bugsy Siegel war schön, charmant und ungeheuer gewalttätig. Doch er verprasste das Geld der Mafia. Also unterschrieb Lucky Luciano selbst das Todesurteil.

Bugsy Siegel ist der schillerndste Gangster der USA. Unberechenbar und gewalttätig lebte der Killer – doch mit Stil. Und er mischte in Hollywood mit. Er protzte und kleidete sich so aufwendig wie die Stars.

Andere Gangster wirkten auch mit riesiger Limousine und maßgefertigter Kleidung immer nur wie hochgekommene Kriminelle, doch Bob „Bugsy“ Siegel verkörperte die Verbindung von Traumfabrik und Verbrechen. Eine neue Biografie über Bugsy Siegel von Michael Shnayerson erzählt, wie der berüchtigte Gangster mit Hollywood-Stars verkehrte und davon träumte, Schauspieler zu werden (Bugsy Siegel: „The Dark Side of the American Dream“).

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Nach der Prohibition nach Hollywood

Siegel kam erst nach den goldenen Zeiten der Prohibition nach Hollywood. Dort hatte er Affären mit Jean Harlow, Ketti Gelman und Wendy Barrie. Seine große Liebe war aber Virginia Hill, eine gescheiterte Schauspielerin. Er zählte Gary Cooper, Cary Grant und Clark Gable zu seinen Freunden und wollte selbst Schauspieler werden.

Bugsy Siegel war weit gekommen: von den trostlosen Mietshäusern der Lower East Side. Meyer Lansky war gerade 16, als er den 12-jährigen Siegel bemerkte, der nach einer Waffe griff, die ihm bei einer Straßenschlacht aus den Händen gerutscht war. Lansky schrie „die Waffe fallen lassen“…