Mittelalter
Wikinger als Menschenhändler – wie ein irischer Adeliger sich aus der Sklaverei befreite

Szene aus der Dokumentation „In den Fängen der Wikinger“

© Stefan Ludwig Film / PR

von Gernot Kramper

04.03.2021, 20:07 Uhr

Die Wikinger raubten junge Menschen in ganz Europa. Nur ein einziger Sklave beschrieb sein Schicksal. Der junge Findan geriet in die Fänge der Sklavenhändler, weil er seine Schwester freikaufen wollte.

Im Reich von Fantasy und TV-Serien sind die Wikinger weit aufgestiegen. In den Filmen der 1950er-Jahre wurden sie noch als blutrünstige Räuber dargestellt, die sich der edelmütigen Christianisierung trotzig widersetzten. Damals galten sie als die freiheitsliebenden Wildlinge, die sich nicht unter das Joch von Kirche und Adel drücken lassen und deren Frauen die Hände nicht zum demütigen Gebet falten, sondern lieber eine Streitaxt hielten.

Dabei geht etwas unter, dass die Wikinger ein Volk von Händlern waren, sie ihre beste Handelsware aber einfach raubten („Weltweiter Sklavenhandel – die dunkle Seite der Wikinger“). Mit der Macht der Nordmänner nahm auch der Sklavenhandel zu. Aus der Zeit gibt es nur wenige Schriftquellen. Vom Schicksal eines Sklaven handelt nur eine einzige. Sie wird im „Leben des Heiligen Findan“ geschildert und zeigt, wie schrecklich die Sklavenjäger damals Europa heimsuchten.

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Findan ist ein junger Adeliger aus Leister. Seine erste Begegnung mit den Nordmännern kommt zustande, nachdem diese seine geliebte Schwester aus dem Dorf entführt hatten. Die suchten damals die Küsten Irlands mit ihren schnellen Booten heim. Die Kleinkönige der Insel führten permanent Krieg gegeneinander. Anstatt die Invasoren abzuwehren, verbündeten sie sich mit den Fremden, um ihren Nachbarn zu…