Der slowakische Premierminister Igor Matovic hat mit einer offenbar als Witz gemeinten Äußerung für diplomatische Verstimmungen mit der Ukraine gesorgt. Matovic hatte in einem Radiointerview gesagt, Russland könne einen Teil der Westukraine als Bezahlung für Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V haben.

Zuvor hatte Matovic im Alleingang zwei Millionen Dosen des russischen Impfstoffs bestellt, obwohl dieser von der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) noch nicht zugelassen wurde. Am Montagabend nahm Matovic laut der »Süddeutschen Zeitung« bereits eine erste Lieferung in Empfang.

Auf die Frage in dem Radiointerview, was er Russland im Gegenzug für die Vakzine angeboten habe, sagte Matovic laut der Nachrichtenagentur Reuters scherzhaft: »die Karpatenukraine«. Die historische Region im Westen der Ukraine grenzt an die Slowakei und Ungarn.

Ukrainischer Außenminister meldete sich zu Wort

In der Ukraine, die Russland nach der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim noch immer in einem militärischen Konflikt gegenübersteht, kam das gar nicht gut an. So äußerte etwa der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba auf Twitter sein Bedauern über Matovics Äußerungen.

Vor Journalisten in Kiew legte Kuleba weiter nach. Man hätte Schritte ergriffen, wenn sich die Slowakei nicht entschuldigt hätte, sagte der Minister. »Und bei aller Freundschaft mit unseren slowakischen Kollegen wäre unsere Reaktion auf solche Aktionen nicht nur hart, sondern extrem hart gewesen«, so Kuleba.

Ebenfalls auf Twitter ruderte Matovic nun zurück. »Die Position der Slowakei zur territorialen Integrität der Ukraine war immer sehr klar«, schrieb der Premierminister. Das internationale Recht müsse respektiert werden, sagte er mit Bezug auf die illegale Annexion der Krim. »Entschuldigung an alle Ukrainer für meine unangemessene Reaktion, die ihre rechtmäßigen Bemühungen unterlaufen könnte.«

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