„Unter den derzeitigen Umständen können wir keine Zuschauer aus dem Ausland akzeptieren.“ So zitiert die japanische Zeitung „Mainishi Shibun“ einen Regierungsvertreter, der anonym bleiben will. Wegen der weltweit weiterhin grassierenden Corona-Pandemie, so die Zeitung, bereite sich die japanische Regierung darauf vor, die für den Sommer geplanten Olympischen und Paralympischen Spiele ohne ausländische Zuschauer auszutragen. Offiziell bestätigt ist das nicht.

Das Organisationskomitee in Tokio teilte nach einer Online-Sitzung mit IOC-Präsident Thomas Bach und Paralympics-Chef Andrew Parsons am Mittwoch mit, dass bis Ende März geklärt werde, ob auch internationale Gäste zugelassen würden. Im April solle dann festgelegt werden, ob überhaupt Zuschauer bei den Wettkämpfen erlaubt seien und wenn ja, wie viele.

Infektionszahlen in Japan gehen zurück

„In Anbetracht der aktuellen Situation ist es wahr, dass sich Japan und andere Länder in einer sehr schwierigen Lage befinden“, räumte die neue OK-Chefin Seiko Hashimoto gegenüber Reportern ein. Für Kentaro Iwata, Virologe an der Universität der japanischen Stadt Kobe, wären Spiele ganz ohne Zuschauer „die vernünftigste Entscheidung“. Andere Optionen seien „aus medizinischer Sicht nicht richtig sind“, sagte der Professor in einem Interview der Nachrichtenagentur Kyodo: „Da die Olympischen Spiele ein globales Ereignis sind, ist es wichtiger, die Infektionslage auf der ganzen Welt zu betrachten, als nur die Situation in Japan.“

Der Fokus müsse auf „sichere, geschützte und faire Wettbewerbe“ gerichtet sein, sagte IOC-Chef Bach am Mittwoch

Nach einem Höchststand im Januar ist die Zahl der COVID-19-Infektionen in Japan wieder rückläufig. Bis voraussichtlich kommenden Sonntag gilt für die Präfektur Tokio noch ein von der Regierung ausgerufener Corona-Notstand: Die Menschen sollen ihre Wohnungen und Häuser nach 20 Uhr Ortszeit nur in dringenden Fällen verlassen. Restaurants, Theater und Handel bleiben abends…