Die Lufthansa hat eine Bilanz des Krisenjahres 2020 gezogen: Der Konzerngewinn fiel laut Geschäftsbericht um 63 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Beförderte die Lufthansa 2019 noch 145 Millionen Passagiere, waren es 2020 mit 36,4 Millionen nur noch ein Viertel des Vorjahreswertes.

Das Coronavirus hat die komplette Passagierflugbranche in eine tiefe Krise gestürzt: Die Luftfahrt ist etwa auf das Niveau der 80er Jahre zurückgefallen. Trotzdem hat sich die deutsche Airline in den vergangenen Monaten besser geschlagen also erwartet. Von den neun Milliarden Euro, die die Lufthansa 2020 als Sicherheit vom Staat bekommen hat, ist noch einiges übrig.

Gerald Traufetter, DER SPIEGEL
»Davon musste die Lufthansa noch nicht so viel in Anspruch nehmen und zwar erst zwei Milliarden Euro, weil sie sich an den Finanzmärkten refinanziert hat. Das ist insofern ganz gut, weil die Zinsen dort niedriger sind. Und man konnte z.B. sich mit dem Personal einigen. Man hat bis zum Jahresende 20 000 Stellen abbauen können.«

Der Abbau von Arbeitsplätzen fiel deshalb so radikal aus, weil niemand mehr damit rechnet, dass die Luftfahrt in den kommenden Jahren auch nur annähernd zu alter Stärke zurückfinden wird.Der Konzern steht in der Kritik: Während viele Kleinunternehmer ums Überleben kämpfen, hatte die Lufthansa dank Milliarden vom Staat nie Existenzsorgen.

Gerald Traufetter, DER SPIEGEL
»Die Gerechtigkeitsfrage kann man natürlich stellen. Andererseits ist es natürlich so, dass ein Staat, der eine international operierende Luftfahrtlinie nicht hat, gerade eine Wirtschaftsnation wie Deutschland, die viertgrößte der Welt, sich das eigentlich nicht leisten kann. Sie braucht diesen eigenen Carrier, sie braucht diese Verbindungen ins Ausland auch für die Wirtschaft. Und insofern kann man schon rechtfertigen, dass der Staat sagt: Ja, da geben wir Geld für.«

Allerdings rechnet die Branche fest damit, dass geschäftliche Treffen auch nach der Pandemie zumindest zum Teil per Videokonferenz…