Personalisierte Werbung
Google stoppt sein Nutzer-Tracking – und nutzt jetzt andere Wege?

Der deutsche Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) fürchtet, dass Google aufgrund seiner Marktmacht nicht mehr auf Tracking angewiesen ist

© Daniel Tsang / Picture Alliance

Die Führungsriege von Google hat angekündigt, sein umstrittenes Tracking zu beenden. Ein Schritt in Richtung mehr Privatsphäre muss das allerdings nicht sein, kritisieren Verbände.  

Google will in Zukunft darauf verzichten, Nutzer-Tracking für die Personalisierung von Werbung einzusetzen. Der Internet-Konzern leitete bereits im vergangenem Jahr in seinem Web-Browser Chrome die Auslistung sogenannter Cookies von Drittanbietern wie Datenhändlern oder Werbefirmen ein, mit denen die Aktivitäten auf verschiedenen Websites nachverfolgt werden können. Jetzt kündigte Google an, man werde auch keine alternativen Methoden zum Tracking von Nutzern entwickeln oder einsetzen.

Unter anderem bei Apple und im Web-Browser Firefox werden Cookies von Drittanbietern schon seit einiger Zeit standardmäßig blockiert – so dass die Chrome-Ankündigung nicht überraschend kam. Zugleich löste der Schritt die Kritik einiger Konkurrenten bei digitaler Werbung aus. Sie argumentierten zum Beispiel, dass Google unter anderem als Entwickler von Chrome und des Smartphone-Systems Android auch andere Wege habe, an Informationen über das Verhalten von Nutzern zu kommen. Für sie werde dagegen das Werbegeschäft schwieriger.

Hat Google das Tracking nicht mehr nötig?

Der deutsche Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) kritisierte am Mittwoch auch die jüngste Google-Ankündigung. „Jetzt bewahrheitet sich, wovor kleinere digitale Unternehmen seit Jahren gewarnt haben: Dass Google aufgrund seiner Marktmacht nicht mehr auf Cookies angewiesen ist“, hieß es in einer Stellungnahme….