Können, dürfen, sollen autonome Waffen Krieg führen? Man kann diese Frage mit Alltagswissen und etwas Zynismus beantworten. Wer einmal einen Computer bedient hat, wer sich mit Abstürzen und vergrützten Updates herumgeschlagen hat, der kann die Vorstellung nur grotesk finden, dass Maschinen über Leben und Tod entscheiden.

In der Militärtechnik vollzieht sich aber gerade eine Revolution, die dritte grundlegende nach der Erfindung des Schwarzpulvers und der Atomwaffen. »Die enormen technologischen Fortschritte, die in den letzten Jahren in den Bereichen der Robotik und der künstlichen Intelligenz (KI) erzielt wurden, haben diese Vorstellung autonom agierender Waffen an die Schwelle zur konkreten Umsetzung gerückt«, heißt es etwa in einem Gutachten des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag.

In vielen Staaten rund um die Welt wird darüber gesprochen, was die Digitalisierung für den Militärbereich bedeutet – so aktuell auch in den USA. Dort hat ein wichtiges Beratergremium des US-Verteidigungsministeriums dazu gerade Empfehlungen an Präsident Joe Biden und den Kongress vorgelegt.

Mit besten Grüßen aus dem Silicon Valley

Und mit Computern, ihren Unzulänglichkeiten und ihren Versprechungen, kennt sich die Gruppe jedenfalls aus. Unter den 15 Mitgliedern der National Security Commission on Artificial Intelligence befindet sich der kommende Amazon-Chef Andy Jassy, der bisher bereits für das Cloud-Geschäft des Konzerns verantwortlich war. Google und Microsoft haben ihre Verantwortlichen für künstliche Intelligenz, Andrew Moore und Eric Horvitz, geschickt, Oracle die Vorstandsfrau Safra Catz. Geleitet wurde das Gremium vom früheren Google-Chef Eric Schmid, der auch zwei weiteren Pentagon-Kommissionen vorstand.

Der aktuelle Abschlussbericht der Kommission behandelt die Frage, welche Rolle Amerika künftig bei Entwicklung und Einsatz autonomer Waffensysteme spielen soll. Und wenn es nach Schmid und den anderen Mitgliedern des Gremiums…