„Wir hatten heute, nur heute, 38 Todesfälle“, sagte die UN-Sonderbeauftragte für Myanmar, Christine Schraner Burgener. Sie sprach vom „schwärzesten Tag seit dem Putsch am 1. Februar“.

Am 30. Tag des Widerstands gegen den Militärputsch waren erneut tausende Menschen landesweit auf die Straßen gegangen. Dabei gingen die Sicherheitskräfte an mehreren Orten mit offener Gewalt und scharfer Munition gegen die Demonstrierenden vor: Tödliche Schüsse fielen lokalen Medien zufolge in der Großstadt Mandalay sowie in den Städten Myingyan und Monywa. Ein Arzt in Mandalay bestätigte, dass die Opfer durch Schüsse in Brust und Kopf getötet wurden. Insgesamt wurden damit seit dem 1. Februar mindestens 60 Menschen getötet.

In Rangun/Yangon versuchen sich Protestierende mit Helmen und Barrikaden gegen die Sicherheitskräfte zu schützen

„Es ist schrecklich, ein Massaker“, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den Aktivisten Thinzar Shunlei Yi. „Keine Worte können die Situation und unsere Gefühle beschreiben.“

In der größten Stadt Rangun/Yangon errichteten Demonstranten Barrikaden aus Reifen und Stacheldraht, um die Hauptstraßen zu blockieren. Nahe der bekannten Sule-Pagode klebten Demonstranten Aufkleber mit dem Gesicht von Juntachef Min Aung Hlaing auf den Boden. Mit der Taktik wollten die Menschen die Polizisten aufhalten, die möglichst nicht auf das Konterfei des Armeechefs treten sollen. Später lösten Soldaten die Demonstration auf und nahmen etwa 300 Teilnehmer fest, wie die Nachrichtenagentur Myanmar Now meldete.

Journalisten wegen „Auslösen von Angst“ angeklagt

Sechs Journalisten wurden unterdessen wegen ihrer Berichterstattung über die Proteste gegen die Militärherrschaft angeklagt. Unter ihnen ist auch ein Fotograf der US-Nachrichtenagentur AP, wie sein Anwalt mitteilte. Thein Zaw sei bereits am Samstag festgenommen worden, als er über eine Demonstration in Myanmars größter Stadt Rangun berichtet habe. Laut AP ist auf einem Video seiner…