Die US-Justiz verdächtigt das türkische Staatsunternehmen Halkbank, dem iranischen Regime geholfen zu haben, im großen Stil Sanktionen zu umgehen. Sollte die Bank im Prozess vor einem New Yorker Bundesbezirksgericht verurteilt werden, droht ihr Beobachtern zufolge im schlimmsten Fall eine Strafe von bis zu 20 Milliarden Dollar oder der Ausschluss aus dem internationalen Bankensystem Swift.

In einem früheren Verfahren hatte ein Zeuge ausgesagt, dass auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan selbst in den mutmaßlichen Sanktionsbruch verstrickt gewesen sei. Die türkische Regierung ließ eine Anfrage des SPIEGEL unbeantwortet. Halkbank wollte sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht äußern. Der frühere US-Justizminister William Barr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ex-Sicherheitsberater John Bolton erlebte die Gespräche zwischen Donald Trump und Erdoğan aus der Nähe – und wie wohlwollend der ehemalige US-Präsident auf die Winkelzüge des türkischen Staatschefs reagierte.