Es klingt wie ein neues Mantra, das uns aus der Pandemie führen und zumindest Teile unseres alten Lebens zurückgeben soll: viel impfen und viel testen. Denn obwohl die Infektionszahlen wieder leicht steigen, beraten Bund und Länder am Mittwoch über vereinzelte Lockerungen – trotz der sich rasch ausbreitenden Sars-CoV-2-Variante B.1.1.7.

Impfen und testen: Die Bundesregierung verspricht sich von der Impfkampagne einerseits und einem massenhaften Einsatz von Schnell- und Selbsttests andererseits, die Auswirkungen von Geschäftsöffnungen und weniger Kontaktbeschränkungen abzufedern und Infektionen und Ausbrüche rechtzeitig zu entdecken. Kann das klappen? Der Überblick:

Wie funktionieren Schnelltests und wie zuverlässig sind sie?

Antigen-Schnelltests weisen nicht Sars-CoV-2 selbst nach, sondern mit dem Virus verbundene Proteine. Der wichtigste Unterschied zum sogenannten Goldstandard PCR ist, dass PCR-Tests sehr sensibel reagieren und schon bei einer geringen Konzentration von Viren ein positives Ergebnis anzeigen können.

Antigentests hingegen brauchen eine große Menge an Viren, schlagen also oft nur an, wenn eine Person gerade sehr infektiös ist und die Probe richtig entnommen wurde. Die Schnelltests zeigen innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis auf einem dafür vorgesehenen Teststreifen an, ähnlich einem Schwangerschaftstest. Die Probe muss also nicht erst zum Auswerten ins Labor geschickt werden. Allerdings muss aufgrund der geringeren Zuverlässigkeit von Schnelltests bei einem positiven Ergebnis zusätzlich ein PCR-Test gemacht werden.

Eine Überblicksstudie, die vorerst als Preprint veröffentlicht wurde, also noch nicht von unabhängigen Fachexperten geprüft wurde, fand heraus, dass die bislang verfügbaren Antigen-Schnelltests bei richtiger Anwendung in der ersten Woche nach Symptombeginn durchschnittlich mindestens 88 Prozent der Infektionen entdecken. Allerdings ist eine mit Sars-CoV-2 infizierte Person in der Regel bereits vor Symptombeginn…