In den Bundesländern wächst nach dem zögerlichen Start die Hoffnung auf einen schnellen Abbau des AstraZeneca-Impfstaus. Mehrere Länder rechnen mit einem deutlichen Hochfahren der Impfungen mit der britisch-schwedischen Vakzine, wie eine Abfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Bis zuletzt ist nur ein kleiner Teil der gelieferten Dosen eingesetzt worden. Der Grund dafür ist längst nicht nur Skepsis gegenüber dem Impfstoff.

Insgesamt fast 3,2 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs sollen bis Donnerstag an die Länder geliefert sein, wie aus Angaben des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Montag sind nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) jedoch lediglich 514.000 Dosen verabreicht worden. Weil einige Tage vergehen können, bis Impfungen an das RKI gemeldet werden, kann die tatsächliche Zahl auch höher liegen.

Verglichen mit den Impfstoffmengen erscheint das Impftempo derzeit trotzdem überschaubar: Am Montag wurden rund 59.000 Menschen mit AstraZeneca geimpft, über die beiden Wochenendtage waren es rund 91.000. Bleibt es bei dem Tempo, könnten bis Ende der Woche über zwei Millionen Dosen auf Halde liegen.

Wie jetzt mehr geimpft werden soll

Der Impfstoff von AstraZeneca soll aktuell nur Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden, weil an den für die Zulassung relevanten Studien nur wenige Ältere teilgenommen hatten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat zwar angekündigt, die Empfehlung angesichts neuer Daten zu überdenken. Aber wie die Entscheidung ausfallen wird, ist noch offen. Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet in den kommenden Tagen mit einem Ergebnis.

Für die Impflogistik war die geänderte Altersspanne eine enorme Herausforderung. Denn ursprünglich sollten Menschen über 80 Jahren mit höchster Priorität geimpft werden, weil sie das größte Risiko haben schwer zu erkranken oder gar an den Folgen einer Corona-Infektion zu sterben. Da AstraZeneca für sie jedoch nicht zugelassen wurde, stand mehr Impfstoff…