Die EU-Staaten haben einander im vergangenen Jahr 2253-mal vor gefährlichen Produkten gewarnt. Mehr als jeder vierte Fall habe Spielzeug betroffen, sagte der zuständige EU-Kommissar Didier Reynders. Auch habe es viele Fälle gegeben, die in Verbindung mit der Corona-Pandemie stehen. »Es ist sehr wichtig, diese Produkte vom Markt zu entfernen.«

Im EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Nichtlebensmittel tauschen 31 europäische Staaten und die EU-Kommission Informationen über gefährliche Produkte aus. So können andere Länder schnell überprüfen, ob diese Produkte auch auf dem heimischen Markt kursieren und zum Beispiel Rückrufe einleiten. Die Anzahl gemeldeter Fälle lag 2020 auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings haben die nationalen Behörden gut 20 Prozent häufiger auf die gemeldeten Fälle reagiert, etwa mit Rückrufen.

In fast einem Drittel der Fälle Kinderspielzeug betroffen

In 27 Prozent der Fälle war Kinderspielzeug betroffen. Reynders nannte das Beispiel eines weichen braunen Spielzeugaffen, der leicht Haare verliert. Kleinkinder könnten daran ersticken, sagte der Belgier. Ein anderes Beispiel sei eine pinke Jacke, die Kinder zu strangulieren drohe. Ebenfalls häufig gemeldet wurden Kraftfahrzeuge (21 Prozent) und Elektrogeräte (10 Prozent).

Fast jeder zehnte gemeldete Fall (9 Prozent) stehe mit der Corona-Pandemie in Verbindung, sagte Reynders. Allein 161-mal sei vor Gesichtsmasken gewarnt worden. Reynders präsentierte eine weiße FFP2-Maske, deren Filter unzureichend sei. Anstelle vor dem Virus zu schützen fördere sie eine Corona-Infektion womöglich sogar. Auch vor Desinfektionsmittel mit giftigen Chemikalien oder UV-Desinfektionsgeräten mit zu starker Strahlung wurde gewarnt.

Nach Spielwaren waren die Kategorien mit den meisten Problemen Kraftfahrzeuge (21 Prozent) und Elektrogeräte (zehn Prozent). Die insgesamt größten Gefahren durch die Produkte waren Verletzungen (25 Prozent), giftige Chemikalien (18 Prozent) und Erstickungsgefahr bei…