Hameln an einem Tag Ende Februar. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 39,7. Die Läden in der historischen Altstadt mit ihren hübschen Fachwerkhäusern sind geschlossen. Viele Schaufenster sind dunkel. »Licht zieht nicht nur Mücken an«, sagt Jens Laparose, der in seinem Bekleidungsgeschäft vormittags Telefon-Bestellungen entgegennimmt. Laparose steht neben dem Verkaufstresen und blickt hinüber zu den Puppen im Schaufenster, die Schlafanzüge und Damenunterwäsche tragen. »Wenn in den Wintertagen nur ein paar Läden dunkel bleiben«, sagt der Kaufmann, »dann kommt kein Mensch mehr in diese Einkaufsstraße.« Im Laden gegenüber werden die Lichter auch nach dem Shutdown nicht wieder angehen, die Schaufenster sind mit Plastikfolie abgeklebt.

Jens Laparose betreibt das Kaufhaus Warnecke in der Hamelner Innenstadt, ein Fachgeschäft für Damenbekleidung. Ein Geschäft in A-Lage, direkt neben dem historischen »Hochzeitshaus«, wo zum Glockenspiel am Giebel, jeden Tag die Figur des Rattenfängers von Hameln erscheint. In normalen Zeiten zieht der Rattenfänger jeden Tag tausende Touristen an.