Bundesweite Warnstreiks
Mitten in der Coronakrise – IG Metall lässt im Tarifkampf die Muskeln spielen

Sie wollen „mehr Geld“, wie hier zu lesen ist. In die aktuelle Tarifrunde geht die IG Metall mit einer Forderung von vier Prozent mehr Lohn. Am Dienstag kam es zu Warnstreiks.

© Nicolas Armer / DPA

Ist jetzt, während der Coronakrise, die Zeit für Lohnerhöhungen? Die Gewerkschaft IG Metall meint: unbedingt. Und gibt sich kampfbereit. Jetzt gab es erste Warnstreiks.

Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben am Dienstag mit Warnstreiks bundesweit ihren Forderungen nach mehr Lohn in den aktuellen Tarifverhandlungen Nachdruck verliehen. Die Arbeitgeber kritisierten die Aktionen „in dieser extrem schwierigen Zeit“. Die Gewerkschaft habe die Arbeitsniederlegungen schon lange beschlossen und geplant – das zeige, „dass die IG Metall keine schnelle Lösung in der Friedenspflicht wollte“, sagte Gesamtmetallpräsident Stefan Wolf der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. 

Wolf warf der Industriegewerkschaft vor, sie habe „das Gefühl, ihren Mitgliedern Warnstreiks bieten zu müssen“. Weder die Unternehmen noch die Mehrheit der Beschäftigten hätten in dieser extrem schwierigen Zeit dafür Verständnis. „Jetzt ist Zeit für Lösungen und nicht für Warnstreiks“, sagte der Gesamtmetallpräsident der Zeitung.

IG Metall beklagt mangelnden Fortschritt in der aktuellen Tarifrunde

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann dagegen kritisierte, trotz mittlerweile bis zu vier Verhandlungsrunden in den einzelnen Tarifgebieten gebe es „praktisch keine Bewegung auf Arbeitgeberseite“. Die IG Metall habe klare Forderungen ausgesprochen, auf die die Arbeitgeber gar nicht oder mit inhaltsleeren Vorschlägen reagiert hätten, sagte Hofmann der „NOZ“. „So können wir keine Tarifverhandlungen führen, und so werden wir auch keinen Weg aus der Krise finden.“

Im RBB-Inforadio…