Höhere Preise für Fleisch
Die komplizierte Finanzoperation «Tierwohlabgabe»

Schweine und Rinder sollen mehr Platz im Stall haben – aber das kostet Geld. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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Verbraucher interessieren sich zusehends dafür, dass Schweine und Rinder es im Stall besser haben – etwa mit mehr Platz. Dafür sind große Summen zu mobilisieren, und Optionen liegen nun auf dem Tisch.

Für das Kilogramm Fleisch im Supermarkt könnten es 40 Cent mehr werden. Doch insgesamt sollen Milliarden her, um deutlich mehr Tierschutz in deutschen Ställen durchzusetzen und die Bauern nicht allein auf den Kosten sitzen zu lassen.

Die komplizierte Frage ist nur: Wie kann eine Finanzierung dafür aussehen? Laut einer am Dienstag vorgelegten Studie für das Bundesagrarministerium sind Preisaufschläge für die Verbraucher prinzipiell rechtlich möglich. Doch eine strikte Zweckbindung von Einnahmen nur zugunsten deutscher Tierhalter wäre problematisch, wie die beauftragte Kanzlei deutlich machte. Und bis zur Bundestagswahl im Herbst wird die Zeit knapp.

Ministerin Julia Klöckner (CDU) will über die nächsten Schritte nun parteiübergreifend im Bundestag und mit den Ländern sprechen. «Für mich geht es nicht um das Ob, wie reden über das Wie.» Der Umbau des Systems sei Voraussetzung für gesellschaftliche Akzeptanz und die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland. Mehr Tierwohl gebe es aber nicht zum Nulltarif. Und beim Umsetzen müsse es für die Landwirte mit Investitionen in Ställe und höheren laufenden Kosten auch ökonomisch zusammengehen. «Sonst exportieren wir Tierwohlfragen ins Ausland, und mit den Produkten importieren wir wieder die alten Probleme.»

In die lange schwelende Debatte ist Bewegung gekommen, seit eine Expertenkommission um den früheren Agrarminister Jochen Borchert (CDU) vor einem Jahr ein Konzept vorgelegt hat – und zwar…