Die Forscherinnen und Forscher der Initiative »No Covid« drängen vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen auf eine umfassende Testoffensive. Öffnungen seien in der aktuellen Situation nur zu verantworten, wenn der R-Wert dauerhaft unter 1 gehalten werden kann. Dies könne unter anderem mit intelligenten Teststrategien erreicht werden, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Papier.

Hinter »No Covid« stehen Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen, darunter die Virologin Melanie Brinkmann, der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, der Physiker Michael Meyer-Hermann und die Wirtschaftsjuristin Denise Feldner. Sie plädieren dafür, die Corona-Neuinfektionen auf null zu drücken.

»Ohne die Implementierung intelligenter Teststrategien halten wir Öffnungen zu diesem kritischen Zeitpunkt der Pandemie für kontraproduktiv und schädlich«, schreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Getestet werden müsse grundsätzlich bereits bei geringfügigen Symptomen wie Kratzen im Hals sowie bei Menschen mit hohem Risiko, erläutern die Forscher. In Gebieten mit hohen Ansteckungszahlen – von den Expertinnen »Rote Zonen« genannt – müssten alle Menschen zweimal die Woche getestet werden. Sie schlagen eine Kombination verschiedener Testarten wie Antigen-Schnelltests, PCR-Pooltests und Abwasserscreening vor.

Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer und Lehrerinnen sollen dem Konzept zufolge überall zweimal die Woche getestet werden, ebenso Kita-Kinder und Kita-Personal. Das Gleiche gilt auch für Beschäftigte, die nicht im Homeoffice sind, sowie für Menschen in Behörden und in Flüchtlingsunterkünften.

»Damit das Testen als Instrument seine volle Wirkung entfalten kann, muss es häufig, breitflächig und niedrigschwelliger erfolgen«, heißt es in dem Papier weiter. Strategische, zielgerichtete Testkonzepte seien wichtig; auch Selbsttests für den Hausgebrauch spielten dabei eine zentrale Rolle. Es gehe um »die Verankerung des Testens als…