Bei der ersten Begegnung überspringt Tom den Smalltalk und macht Alma schon nach Sekunden kitschige Komplimente. Er geht davon aus, dass sie genau das hören will. Er ist so programmiert. Alma reagiert ablehnend – oder weiß sie nur nicht, dass sie es tatsächlich genau so hören will? „Vielleicht kennt er dich besser als du dich selbst“, mutmaßt ein Freund.

Denn Tom ist ein Roboter und Alma eine von zehn Testpersonen, die nach drei Wochen des Zusammenlebens ein Gutachten anfertigen: Sollen Roboter Lebenspartner sein dürfen und als solche echte Menschen ersetzen? Maria Schraders dritter Kinofilm als Regisseurin, „Ich bin dein Mensch“, läuft im Wettbewerb der 71. Berlinale. 

Roboter hält den Spiegel vor

„Das finde ich in einer Welt, in der wir von Algorithmen begleitet und geleitet werden, einen Gedanken, der zu unserer Zeit gehört“, sagt Schrader, die zusammen mit Jan Schomburg auch das Drehbuch geschrieben hat. Es basiert auf einer Kurzgeschichte von Emma Braslavsky. „Ich denke, dass man als Mensch in verschiedenen Situationen von diesem Roboter einen Spiegel vorgehalten bekommt und sich eingestehen muss, dass die Menschheit ziemlich seltsam ist.“

Glücklich dank Maschine? Alma (Maren Eggert) macht im Film den Selbstversuch mit Tom (Dan Stevens)

Mensch und Maschine – ein Spannungsverhältnis, das das in seinem Alltag mit Algorithmen konfrontierte Publikum kennt: Schon jetzt ist unser halbes Leben in einem mobilen Endgerät gespeichert, das wir quasi nonstop in der Hosentasche bei uns tragen. Nun ist „Ich bin dein Mensch“ eine Romantic Comedy, die den warnenden Zeigefinger unten lässt und auf die Verdammung des technologischen Fortschritts verzichtet. Der gesellschaftliche Konflikt und die innere Zerrissenheit, die sich durch Maria Schraders Werk ziehen, sind aber auch hier erkennbar.

Internationaler Erfolg mit „Unorthodox“

Gerade bescherte ihr solch ein Clash einen internationalen Erfolg: In der vierteiligen Netflix-Serie „Unorthodox“, die auf Deborah…