Neue Theorie
Studie: Durch das Aussterben großer Tiere vergrößerte sich das menschliche Gehirn

Frühe Menschen erlegen ein großes Tier

© Manfred Bail / Picture Alliance

von Anna-Sophie Schütz

02.03.2021, 13:48 Uhr

Kleinere Beute, größeres Gehirn: Laut einer neuen Theorie der Universität Tel Aviv führte das Aussterben von großen Tieren möglicherweise zu einem Wachstum des menschlichen Gehirns.

Ein Leben als Jäger und Sammler – diese Vorstellung des frühen Menschen ist bekannt. Aber welche Auswirkungen hatte dieses Jagdverhalten nicht nur auf die Beute, sondern auch auf den Jäger selbst? Dazu haben zwei Forscher der Universität Tel Aviv jetzt eine neue Theorie in der Fachzeitschrift „Quaternary Journal“ veröffentlicht. Darin versuchen sie, die Entwicklung vom ersten Auftreten der Menschen vor etwa zwei Millionen Jahren bis zur landwirtschaftlichen Revolution 10.000 v. Chr. nachzuzeichnen.

Der frühe Mensch als herausragender Jäger, spezialisiert auf das Erlegen von Großwild, so sehen die Paläoanthropologen Dr. Miki Ben-Dor und Prof. Ran Barkai von der Universität Tel Aviv den frühen Menschen. Dabei war Großwild vor mehr als 2,6 Millionen Jahren von beachtlicher Größe. Das Durchschnittsgewicht von Landsäugetieren in Afrika lag bei fast 500 kg. Diese Tiere verfügten demnach nicht nur über einen hohen Fettanteil und stellten dadurch eine wichtige Energiequelle für den Menschen dar, sondern waren aufgrund ihrer schieren Größe einfache Beute. Jedoch beraubten sich die Jäger im Verlauf der Zeit ihrer eigenen Nahrungsquelle: Ihr Jagdverhalten führte nach und nach zum Aussterben dieser großen Tiere. Bis zum Aufkommen des Siedlerdaseins sank das Durchschnittsgewicht von Beutetieren um mehr als 90 Prozent auf rund zehn Kilogramm.

Besser angepasst durch größeres Gehirn

Um weiterhin das eigene Überleben zu sichern und den…