In Afghanistan sind bei einem Angriff auf Medienschaffende drei Angestellte eines privaten Fernsehsenders getötet worden. Das bestätigte der Chef des TV-Senders Enikass, Salmai Latifi.

Nach ersten Erkenntnissen wurden die drei Frauen auf einem Markt in der östlichen Provinzhauptstadt Jalalabad von einem unbekannten Bewaffneten angegriffen.

Erst im Dezember waren eine Journalistin des Senders Enikass und ihr Fahrer in Jalalabad getötet worden. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. »Wir arbeiten in einem Gebiet, in dem Extremisten inklusive bewaffneter Antiregierungsgruppen leben«, sagte Latifi. Er selbst sei vor mehreren Jahren entführt worden und viereinhalb Monate lang von Terroristen festgehalten worden.

Trotz der Aufnahme von Friedensgesprächen zwischen den radikal-islamistischen Taliban und Regierungsvertretern im September 2020 wird das Land von einer Welle der Gewalt erschüttert. Immer wieder geraten Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalisten und Religionsgelehrte ins Fadenkreuz von Extremisten.

Bundeswehreinsatz soll verlängert werden

Der Uno-Mission Unama zufolge wurden vergangenes Jahr mindestens neun Medienschaffende ermordet. Die Täter bleiben oft im Verborgenen. Die Nato hatte zuletzt angekündigt, ihren Einsatz in Afghanistan vorerst fortsetzen zu wollen.

Die Bundesregierung will den Einsatz der Bundeswehr in dem Land verlängern. Das Afghanistan-Mandat der Truppe läuft aktuell noch bis Ende März. Das Parlament soll voraussichtlich in der letzten März-Woche darüber entscheiden.

Derzeit sind etwa 1100 Bundeswehrsoldaten vor Ort. Die Bundeswehr stellt momentan das zweitgrößte Kontingent nach der US-Armee, die nach einer deutlichen Truppenreduzierung unter dem früheren Präsidenten Donald Trump noch 2500 Soldaten im Land hat. Hochrangige deutsche Militärs hatten zuletzt gewarnt, dass es wegen des ausgesetzten Nato-Abzugs verstärkt Attacken auf die internationalen Truppen geben könnte.

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