Der Konflikt zwischen AfD-Co-Chef Jörg Meuthen und dem Rechtsaußen-Flügel der Partei geht in eine neue Runde. Meuthens radikale Kritiker werfen dem Vorsitzenden vor, seinen Parteivize Stephan Brandner übel beleidigt zu haben: Er habe Brandner als »Dreckschwein« bezeichnet.

Was ist passiert? Am Samstag traf sich der Konvent der AfD, eine Art kleiner Parteitag, in der Nähe von Dresden. Dort zeigte sich einmal mehr, dass der Machtkampf in der Partei noch lange nicht ausgefochten ist.

Auf dem Konvent, so schildern es Teilnehmer dem SPIEGEL, ging es hoch her, als eine Gruppe niedersächsischer AfD-Vertreter einen Antrag einbrachte, mit dem der von Meuthen und vom Bundesvorstand im Dezember geschasste Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verfassungsschutz, Roland Hartwig, wieder ins Amt eingesetzt werden soll. Der Bundesvorstand solle seine Entscheidung »überdenken und gegebenenfalls korrigieren«, hieß es in dem Papier.

Es war ein Angriff gegen Meuthen und seinen Kurs. Schließlich hatte er dafür gesorgt, dass Hartwig – seit Monaten einer seiner Gegner – per Vorstandsbeschluss durch den Juristen Knuth Mayer-Soltau ersetzt wurde. Die Arbeitsgruppe Verfassungsschutz, 2018 geschaffen, befasst sich mit einer »möglichen Beobachtung durch Landesämter oder das Bundesamt für Verfassungsschutz«, ihre Aufgabe sei es, »Gegenstrategien« zu entwickeln, rechtlich und argumentativ.

Tatsächlich verabschiedete der Konvent am Ende mit 27 zu 22 Stimmen den Antrag, in dem nicht nur der Bundesvorstand zur möglichen Korrektur der Absetzung aufgefordert, sondern auch Hartwig für seine »bisherigen Leistungen ausdrücklich Dank und Anerkennung« ausgesprochen wird.

In der vorangegangenen Debatte hatte sich unter anderem Parteivize Brandner, seit Langem ein interner Gegner Meuthens, für den Antrag aus Niedersachsen starkgemacht. Meuthen hielt vom Rednerpult dagegen, auf dem Weg zurück zu seinem Platz neben Brandner soll der Parteichef, so wird kolportiert, diesem zugeworfen haben:…