Über Videodienst Zoom
Chirurg nimmt während OP an virtueller Gerichtsanhörung teil – Ermittlungen

Ein US-amerikanischer Chirurg operierte, während er an einer virtuellen Gerichtsanhörung teilnahm (Symbolbild)

© Ingo Wagner / dpa Themendienst / Picture Alliance

“Es sieht so aus, als seien Sie gerade in einem Operationssaal?”, fragte ein Justizangestellter den Chirurgen, als dieser gleichzeitig einen Menschen operierte und an der virtuellen Anhörung teilnahm. Nun ermittelt die kalifornische Ärztekammer. 

Dank virtueller Konferenzen ist es in Corona-Zeiten möglich, während der Arbeit zu kochen, die Kinder zu bespaßen oder ohne Beinbekleidung höchst professionelle Präsentationen zu halten. Dennoch hat auch Multitasking Grenzen, wie ein plastischer Chirurg in den USA gerade erfahren muss. Die kalifornische Ärztekammer ermittelt gegen ihn, weil er während einer Operation an einem Zoom-Call teilgenommen hatte. 

Der Mann war am vergangenen Donnerstag über den Videoanruf bei einer virtuell abgehaltenen Gerichtsanhörung erschienen, um Fragen über ein Verkehrsdelikt zu beantworten. Dabei trug er einen blauen OP-Kittel, Haube und Mund-Nasen-Schutz und stand offensichtlich im Operationssaal – direkt unter der grellen OP-Leuchte.

Das warf auch vor Gericht Fragen auf: „Sind Sie für die Anhörung verfügbar?“, fragte ein Justizangestellter im Livestream des Verfahrens. „Es sieht irgendwie so aus, als seien Sie gerade in einem Operationssaal?“ Der Chirurg bejaht in dem Clip sichtlich gelassen beide Fragen und bittet um die Fortführung der eigentlichen Befragung, während im Hintergrund das Biepen der Maschinen und ein Absauggeräusch zu hören sind. 

Kamerawackler zeigt Person auf dem OP-Tisch

Ein kurzer Wackler der Kamera setzt der merkwürdigen Szene schließlich ein Ende. Der Richter Gary Link fand es nämlich offenbar alles…