Die Ermittler kamen überraschend. Am Samstag untersuchten griechische und israelische Experten gemeinsam den Öltanker »Minerva Helen« im Hafen von Piräus. Das Schiff galt als eine der Hauptverdächtigen in einer der größten Umweltkatastrophen der jüngeren Vergangenheit in Israel. Seit Mitte Februar waren große Mengen klebriger schwarzer Teerklumpen an einem 160 Kilometer langen Abschnitt der Küste des Landes aufgetaucht. Sie gehen offenbar auf eine massive Verschmutzung zurück, die sich irgendwann zwischen dem 6. und dem 10. Februar draußen auf dem Mittelmeer zugetragen haben muss.

Schnell schien festzustehen, dass die Besatzung eines Schiffes verantwortlich ist – doch die weiteren Details sind bis heute ist nicht klar. Zumal die Untersuchungen auf der »Minerva Helen« am Wochenende auch nur zu der Erkenntnis führten, dass es zumindest dieses Schiff wohl nicht war. Zuvor hatten bereits die Besitzer des Schiffes kategorisch ausgeschlossen, dass sie für die Ölpest verantwortlich sind. Die »Minerva Helen« habe zum Zeitpunkt der Verschmutzungen gar keine Fracht an Bord gehabt.

Die Liste der weiteren Verdächtigen umfasse nun noch Dutzende weitere Einträge, heißt es in der »Washington Post«. Dem Bericht zufolge haben Forscher der Hebräischen Universität von Jerusalem in den vergangenen Woche Proben untersucht, die an einem Strand der Stadt Bat Yam gesammelt wurden. Bei den Verschmutzungen handelt es sich demnach tatsächlich um Rohöl. Das würde dafür sprechen, dass tatsächlich ein Tankerleck oder ein Unfall beim Umladen von Öl zwischen zwei Schiffen verantwortlich für die Umweltkatastrophe ist.

Bisher 70 Tonnen eingesammelt

Der Tod eines Finnwals sowie mehrerer Meeresschildkröten wird mit der Verschmutzung in Zusammenhang gebracht. Weitere betroffene Schildkröten werden derzeit gepflegt. Inzwischen seien auch Küstenabschnitte im Libanon betroffen, hieß es. Allein in Israel sind bis jetzt 14 Millionen Dollar für die Aufräumarbeiten eingeplant….