Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca hat einem Zeitungsbericht zufolge seine Beteiligung an dem US-Biotech-Unternehmen Moderna verkauft. AstraZeneca habe sein 7,7-Prozent-Paket für mehr als eine Milliarde Dollar abgestoßen, nachdem Aktien des US-Pharmaherstellers wegen des Durchbruchs beim Coronavirus-Impfstoff in die Höhe geschnellt waren, berichtete »The Times« am Sonntag. Es sei nicht klar, über welchen Zeitraum hinweg der in Großbritannien ansässige Pharmakonzern den Verkauf seiner Beteiligung gestreckt habe.

Auch über die Motive lassen sich nur Vermutungen anstellen. Naheliegend ist natürlich das hohe Kursniveau der Moderna-Aktie, das dazu einlud, Gewinne mitzunehmen. Nach Überzeugung von Experten könnte die Gelegenheit einmalig sein, weil sie dem mRNA-Impfstoff trotz der aktuellen Hoffnung im Kampf gegen Covid-19 keine Massentauglichkeit im Weltmaßstab zutrauen. Dafür sei er zu teuer und zu kompliziert in der Handhabung. Die Technologie sei deshalb wohl auf absehbare Zeit trotz ihrer Finesse eher für den begrenzten Markt wohlhabenderer Länder zugeschnitten.

Die Partnerschaft der beiden Biotechnologieunternehmen bliebe für andere Behandlungsmethoden bestehen, hieß es in dem Bericht weiter. Moderna, dessen Impfstoff in den USA für den Notfall zugelassen ist, erwartet aufgrund des Impfstoffs 2021 einen Umsatz von 18,4 Milliarden Dollar. Sowohl AstraZeneca als auch Moderna reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Icon: Der Spiegel