Die schwüle Hitze im Labor der indischen CEPT-Universität in Ahmedabad ist kaum zu ertragen. Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 Prozent herrschen bisweilen in den Räumen, Bedingungen wie in einem Dampfbad.

Doch der Testaufbau an der Technologieuniversität im Westen Indiens soll keine Zumutung für das Personal sein. Vielmehr handelt es sich um einen Härtetest für Klimaanlagen. »Global Cooling Prize« heißt der Wettbewerb, der jetzt in Indien in die Entscheidungsphase geht. Dem Sieger winkt ein Preisgeld von mindestens einer Million US-Dollar. Die Teilnehmer eint ein hehres Ziel: Die Ingenieure wetteifern um den klimafreundlichsten Raumkühler aller Zeiten.

Forscher erwarten einen rasant steigenden Stromverbrauch

Mehr als 1,2 Milliarden Klimaanlagen sind derzeit auf der Erde in Betrieb. Bis 2050, so fürchten Experten, könnte die Zahl auf 4,5 Milliarden Stück steigen. Zwischen einer und drei Milliarden Menschen könnten in 50 Jahren in Erdregionen leben, die außerhalb der für den Menschen geeigneten »Klimanische« liegen, warnen Forscher im Fachmagazin »Proceedings of the National Academy of Sciences«. Vor allem die wachsende Mittelschicht in Schwellenländern mit heißem und feuchtem Klima wie Indien, Indonesien oder Brasilien wird sich dann Kühlung leisten. Forscher erwarten einen rasant steigenden Stromverbrauch. Zugleich lecken aus herkömmlichen Klimaanlagen ständig gasförmige Kältemittel, die tausendfach klimawirksamer sind als CO₂.