Wachsende Kritik
Corona-Maßnahmen: Wirtschaft verlangt mehr Einbindung

Der Lockdown stört auch Wirtschaftsvertreter zunehmend. Verbände wollen mehr Mitsprache in der Corona-Politik. Foto: Marius Becker/dpa

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Trotz harter Pandemie-Maßnahmen haben viele Unternehmer für den Kurs der Regierung Verständnis. Doch jetzt warnen Wirtschaftsvertreter, dass die Stimmung kippen könnte.

Angesichts einer fehlenden Öffnungsperspektive für viele Unternehmen und einer schleppenden Impfkampagne wächst in der Wirtschaft die Unzufriedenheit mit der Corona-Politik. Der Groß- und Außenhandelsverband BGA forderte mehr Einbindung von Wirtschaftsvertretern.

«Die deutsche Wirtschaft kann Krisen lösen, sie tut es jeden Tag auf der ganzen Welt», schrieb BGA-Präsident Anton Börner in einem Gastbeitrag für die «Bild am Sonntag, BamS». «Dass sie nicht in das Corona-Krisen-Management der EU, der Bundesregierung und der Bundesländer einbezogen wird, ist skandalös.»

Experten aus der Wirtschaft würden bei den Themen Impfkampagne und Öffnungsstrategie nicht involviert, kritisierte Börner. «Stattdessen scheitert der Staat mit einer planwirtschaftlichen Intervention nach der anderen. Probleme sollen wegverwaltet und mit immer neuen Verordnungen bekämpft werden.» Der BGA-Chef forderte einen runden Tisch mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Auch der ehemalige Manager und Unternehmer Roland Berger kritisierte die Corona-Maßnahmen. «Was die Teil-Lockdowns im Oktober und November und den aktuellen Dreiviertel-Lockdown betrifft, würde ich eher die Note Vier vergeben», sagte der 83-Jährige der «Augsburger Allgemeinen» (Montag). «Es wäre vermutlich besser gewesen, das Land für sechs Wochen im Dezember und Januar komplett dichtzumachen.» Stattdessen habe man nun «einen Schrecken ohne Ende».

Bundeskanzlerin Angela…