Die Sicherheitskräfte in Myanmar gehen immer gewaltsamer gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten vor: Knapp vier Wochen nach dem Militärputsch sind bei landesweiten Protesten mehrere Menschen getötet, verletzt und festgenommen worden.

Über die Zahl der Opfer gibt es widersprüchliche Angaben:

In den beiden größten Städten Yangon und Mandalay sowie in Dawei und Bago seien bislang mindestens neun Menschen durch Polizeigewalt gestorben, berichtete die Zeitung »The Irrawaddy«.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf Rettungskräfte und Behördenvertreter dagegen über sechs Todesopfen – drei in der Küstenstadt Dawei zwei in Bago und eines in Yangon.

Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich. Der Polizei wird vorgeworfen, mit Gummigeschossen und Tränengas und später auch mit scharfer Munition gegen Demonstranten vorgegangen zu sein. Dabei soll Protestierenden gezielt in den Kopf geschossen worden sein, berichtete das Online-Portal »Myanmar Now«. Der Sender CNN sprach vom bislang blutigsten Tag seit dem Militärputsch vom 1. Februar.

»Schützt die Demokratie«

Die Proteste richten sich gegen das Militär. Nachdem die Junta den Uno-Botschafter Myanmars, Kyaw Moe Tun, entlassen hatte, spitzte sich die Lage am Wochenende weiter zu. Er hatte an die Weltgemeinschaft appellierte, »alle notwendigen Mittel« einzusetzen, um die Militärherrschaft in seinem Land zu beenden.

Am 1. Februar hatte in dem südostasiatischen Land das Militär mit einem Putsch die Macht übernommen. Die im November demokratisch gewählte Regierung von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wurde abgesetzt und festgenommen. Seitdem sind Hunderttausende Menschen gegen die Armee auf die Straßen gegangen. Bereits in den vergangenen Wochen sind mindestens fünf Menschen im Zusammenhang mit den Protesten gestorben.

Bei den Kundgebungen am Wochenende sind auf Bildern, die von »Frontier Myanmar« verbreitet werden, Demonstranten zu sehen, die in der Innenstadt…