Bill Shankly war nicht Trainer auf Schalke. Das ist einerseits verwunderlich, weil ja schon so viele Fußball-Lehrer Trainer auf Schalke waren. Andererseits ist das gar nicht erstaunlich, weil Mr. Shankly der große alte Mann des FC Liverpool ist – der Verein hat sich den Meistermacher von einst an der Anfield Road in Bronze aufgestellt.

Was das nun mit dem GAU (größter anzunehmender Unfall) beim FC Schalke zu tun hat? Nun, von Shankly gibt es dieses klassische Fußball-Lehrer-Zitat: „Einige Leute halten Fußball für eine Sache von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist.“ Und mit höflicher Anleihe beim großen Schotten erlauben wir uns hier eine Analogie zwischen Fußball (eigentlich: Sache von Leben) und Corona-Pandemie (im schlimmsten Fall: die Sache mit dem Tod). Der Befund: Schalke 04 hat sich ein – für einen Fußballverein – ähnlich schlimmes Virus eingefangen. Der Klub hat Fieber, seine Geschmackssinne verloren, er erlebt einen schweren Verlauf. Wenn nicht bald etwas passiert, wird „Königsblau“ – wie wir es kannten und liebten – an diesem Virus zugrunde gehen.

Abstandsregel einhalten

Das wissen inzwischen auch alle verfügbaren Fußball-Experten und halten deshalb weit mehr als 1,5 Meter Abstand auf den erneut vakanten Trainerposten im Ruhrgebiet. Hier kann man im Moment nur verlieren, sich anstecken, und die Regeln des Geschäfts verbieten die Diagnose, die über den Tag hinaus reicht. Sie lautet: Schalke wird lange brauchen, bis es wieder so fit ist, dass man mithalten kann. Die nächsten Schritte werden beschwerlich, sie führen fast zwingend in die Rehabilitation (also: 2. Liga) – und es wäre schon ein medizinisches Wunder, wenn der Patient über die Relegation bereits wieder das Krankenbett verlassen dürfte. Aus Sicht von Bundesliga-Ärzten kaum zu verantworten. 

Marko Langer, DW-Autor

Schon quälend, dieser Corona-Vergleich. Es braucht ja gar keine Inzidenzwerte oder Infektionsstatistiken, um…