An Tag 324 der Quarantäne stehen zwei Polizisten vor einem Slum im Hafenviertel der philippinischen Hauptstadt Manila, und kontrollieren Autofahrer und Passanten, die sich nicht an die Corona-Regeln halten. Seit Kurzem müssen Fahrgäste nicht nur Schutzmasken tragen, sondern zusätzlich auch Plastikvisiere. Wer sich weigert, muss ein Bußgeld bezahlen. Die Beamten haben an diesem Februarmorgen viel zu tun, stoppen Autos, verteilen Strafzettel. Hinter ihnen wölbt sich ein Torbogen: »Welcome to Happyland« steht darauf. Von hier aus führt eine schmale Straße in eine Parallelwelt, in der die ärmsten Bewohner Manilas im Müll und vom Müll leben.

»Happyland« ist ein Slumviertel, das sich um eine Deponie herum gebildet hat. 23.000 Menschen leben hier dicht gedrängt, ohne sanitäre Anlagen. Niemand trägt Maske oder Visier. Halb nackte Kinder toben unter einem Gewirr aus Stromkabeln und Wäscheleinen, springen kreischend in die stinkende Brühe des Hafenbeckens. Ein Eisverkäufer schiebt sein Wägelchen durch die Gassen, ein Händler verkauft Marienstatuen.