Von Paris aus managt der Chef der europäischen Weltraumorganisation Esa Raketenprogramme oder Satellitenmissionen. Und diesen Job hat Jan Wörner wirklich gern gemacht. Nun räumt er den Chefsessel – in einer nicht ganz einfachen Zeit für die europäische Raumfahrt.

Er fällt ihm schwer, dieser Abschied. Jan Wörner stand seit 2015 an der Spitze der Weltraumorganisation Esa in Paris. An diesem Sonntag nun räumt der 66-jährige Deutsche seinen Posten als Generaldirektor. „Es fühlt sich nicht gut an“, sagt Wörner und so klingt er auch.

Den lang ersehnten Ruhestand, den ersehne er sich noch lange nicht. In Paris folgt ihm der Österreicher Josef Aschbacher. Auf ihn warten viele Herausforderungen: Die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 ist noch immer nicht gestartet, die Konkurrenz aus den USA und China setzt den Europäern zu, die Beziehung zwischen Esa und EU-Kommission ist schwierig und der Ruf nach mehr Privatisierung wird immer lauter.

Jan Wörner: Mond-Station keine Illusion mehr

Wörners wohl wichtigstes Vermächtnis ist das sogenannte „Moon Village“. Er hat mit der Vision einer Art gemeinsamen Basis auf dem Mond international geworben. Und dieser dauerhafte Außenposten ist mit dem amerikanischen Artemis-Mondprogramm, an dem die Europäer maßgeblich beteiligt sind, keine bloße Vision mehr. „Ich bin zur Esa gekommen, mit dem Gefühl, jetzt kann ich mal was für Europa tun“, resümiert der Bauingenieur Wörner, der acht Jahre lang das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Köln geleitet hat. Ausgerechnet Europa bereitet ihm aber bei seinem Abschied die größten Bauchschmerzen.

Und gerade dieser Abschied wirkt nun auch etwas unfreiwillig. Wörner ist zwar nicht noch einmal für den Posten als Direktor angetreten. Doch als die Wahl im Dezember auf Aschbacher fiel, erklärte Wörner bestimmt, seine erst im Sommer endende Amtszeit voll…