Im Kampf gegen die Ausbreitung gefährlicher Mutationen des Coronavirus wird die Einreise aus der französischen Grenzregion Moselle nach Deutschland erschwert.

Mit Wirkung ab Dienstag stufte die Bundesregierung die an das Saarland und Rheinland-Pfalz grenzende Region als sogenanntes Virusvariantengebiet ein, wie das Robert Koch-Institut im Internet bekannt gab.

Grenzgänger aus dem Department müssen künftig bei Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter ist als 48 Stunden. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Fluggesellschaften sowie Bus und Bahnunternehmen dürfen keine Passagiere mehr aus Moselle nach Deutschland befördern.

Ausnahmen für Deutsche

Ausgenommen davon sind aber unter anderem deutsche Staatsbürger und in Deutschland lebende Ausländer. Auch der Warenverkehr soll nicht beeinträchtigt werden.

Stationäre Kontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol soll es nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa nicht geben. »In diesen ganzen Überlegungen stehen bis zur Stunde Grenzkontrollen nicht zur Diskussion«, hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag versichert.

»Brutal« und »einseitig«

Frankreichs Europa-Staatssekretär Clément Beaune sagte, er bedauere die Entscheidung. Man habe in Moselle die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verschärft.

Der Präsident der an Deutschland grenzenden Region Grand Est, Jean Rottner, nannte Deutschlands Entscheidung »brutal« und »einseitig«. Man habe in den vergangenen Tagen eher den Eindruck einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden gehabt, sagte er dem Sender Franceinfo.

Im Département Moselle war es in den vergangenen Wochen zum verstärkten Auftreten der Coronavirus-Varianten gekommen. Nach Angaben von Premierminister Jean Castex handelt es sich bei 60 Prozent der positiven Fälle in Moselle um die südafrikanische Variante.

Frankreich hatte in Absprache mit der deutschen Seite in der vergangenen…