von Christoph Fröhlich

27.02.2021, 19:50 Uhr

Videokonferenzen wurden in der Pandemie zum Arbeitsalltag von Millionen Menschen. Sie sind praktisch, vor allem aber: unglaublich anstrengend. Dafür sind vier Faktoren verantwortlich, wie ein Wissenschaftler herausgefunden hat.

„Macht ihr bitte die Kamera an?“ Zu kaum einem Satz in dieser Pandemie habe ich solch gemischte Gefühle wie zu diesem. Seit die Corona-Pandemie vor einem Jahr Deutschland erreichte, gehören Zoom, Skype, Teams und Hangouts zu meinem Arbeitsalltag. Diese Tools sind praktisch, keine Frage. Sie ermöglichen es, dass sich auch große Gruppen unkompliziert zusammenschalten, miteinander austauschen und Dokumente teilen können. Nur: Warum muss dabei eigentlich ständig eine Kamera laufen?

Klar ist es nett, ab und zu die Gesichter derjenigen zu sehen, mit denen man sonst immer gemeinsam die Mittagspause verbrachte. Und vor allem neuen Kolleginnen und Kollegen, die während der Pandemie eine neue Stelle angetreten haben, hilft es ungemein, das sprichwörtliche Gesicht zur Stimme zu sehen. Aus diesem Grund führten wir bei uns eine „Wenn möglich bitte Kamera an“-Regel ein.

Videokonferenzen saugen einen aus

Das führte zu interessanten Beobachtungen, nicht nur was die Wahl der Bildschirmhintergründe der Gesprächspartner betrifft. Zum einen setzte sich eine unausgesprochene Etikette durch: Wenn fünf Personen in einem Termin die Kamera anhaben, schaltet meist auch die sechste das Bild dazu. Gruppenzwang funktioniert also auch im Virtuellen. Vor allem aber bemerkte ich an mir selbst, wie kräftezehrend stundenlange Videokonferenzen sind. Nach mehrstündigen „Kamera an“-Terminen fühlte ich mich jedesmal so platt wie sonst nach einem gesamten Arbeitstag.

Lange wusste ich nicht, woran das liegt. Schließlich verbrachte ich den ganzen Tag bequem zu Hause und musste nicht mal gehetzt zwischen den…