Impfdesaster, Impfreihenfolge, Impfpass: Deutschlands Weg aus der Pandemie ist bislang auch deshalb so holprig, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden ist. Selbst wenn Europa offensiver bestellt hätte, würden die Vakzine anderswo fehlen. Eine Lehre daraus: Es braucht mehr Produktionsanlagen.

In Sachsen-Anhalt laufen bereits genau diese Anstrengungen. Die Gegend will zum größten Impfstoff-Produktionszentrum für ganz Europa werden. In Dessau füllt die Firma IDT Biologika derzeit den Corona-Impfstoff des britischen Herstellers AstraZeneca ab.

Jürgen Betzing, Geschäftsführer IDT Biologika:

»Ich glaube IDT hat ein Riesenvorteil. Wir haben alles unter einem Dach. Also angefangen von der Wirkstoffproduktion, über das Abfüllen des Wirkstoffes dann in kleine Fläschchen, in kleine Gläschen, die visuelle Inspektion, also jedes Gläschen wird dann visuell inspiziert, ob Partikel oder irgendetwas anderes mit drin ist oder vorhanden wäre. Und dann letztendlich dann die Verpackung.«

Künftig soll IDT den AstraZeneca-Impfstoff auch produzieren. Doch der Aufbau der Kapazitäten geht nicht von heute auf Morgen. Ende 2022 sollen die neuen Anlagen am Stammsitz fertig sein. Dann könnte das Unternehmen laut eigenen Angaben jeden Monat mehrere zehn Millionen Impfstoffdosen herstellen. Gegen das Coronavirus – oder zukünftige gefährliche Erreger.

Jürgen Betzing, Geschäftsführer IDT Biologika:

»Da sieht man ein super Beispiel jetzt, die strategische Partnerschaft zwischen AstraZeneca und IDT, um im Endeffekt eine Vorsorge zu treffen und damit vorbereitet zu sein, wenn eine weitere Pandemie entsteht, oder wirklich ganz schnell Bedarf an Arzneimitteln besteht oder notwendig ist.«

Nur 50 Kilometer südlich, in Brehna, produziert die Firma Dermapharm seit Oktober den Corona-Impfstoff von Biontech. IDT erhielt vom Bund außerdem 140 Millionen Euro für die Entwicklung eines eigenen Impfstoffs. Die Stoßrichtung aus der Politik ist klar: Deutschland soll für künftige Krisen gewappnet sein,…