Noch liegen die Corona-Fallzahlen in Deutschland etwa auf dem Niveau der letzten Oktoberwoche. Von den hohen Ansteckungszahlen kurz vor Weihnachten scheint das Land noch weit entfernt. Doch in der Wissenschaft mehren sich nun die Stimmen, die erneut eine rapide Beschleunigung des Infektionsgeschehens befürchten.

In einem Podcast der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« gefragt, ob sich Deutschland bereits in einer »dritten Welle« befinde, sagte Drosten, man befinde sich »zu Beginn« einer solchen Entwicklung.

Drosten wies auf die schnellere Ausbreitung der Virus-Mutationen in anderen Ländern hin: »Deswegen muss man einfach an diese Daten glauben und auch an die Modellierungen glauben, und deswegen sind wir jetzt nun mal am Anfang einer neuen Verbreitungswelle«

Saarbrücker Professor warnte vor 200er-Inzidenz im April

Zuvor hatte der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr vorausgesagt, dass es bei der derzeitigen Entwicklung Anfang April erneut zu einem Infektionsgeschehen wie zur Weihnachtszeit kommen werde. »Ich gehe schon davon aus, dass wir wieder so Zustände wie vor Weihnachten bekommen werden«, sagte Lehr. Er arbeitet am Covid-19-Simulator der Universität des Saarlands, das ein Vorhersagemodell für die deutschen Bundesländer und Landkreise liefert.

Ursache dafür sei laut Lehr einerseits die Ausbreitung der britischen Corona-Mutation B.1.1.7 sowie vermehrte Kontakte zwischen den Menschen in Deutschland seit Mitte Februar. Letzteres führte Lehr unter anderem auf eine »Lockdown-Müdigkeit« zurück.

Drosten sieht vorerst keinen Einfluss der Impfungen auf Infektionsgeschehen

Bei der derzeitigen Geschwindigkeit würde die Impfung der Bevölkerung im Mai noch keine deutliche Wirkung auf die Verbreitung des Virus haben, sagte Drosten. Gleichwohl könne die Sterblichkeit insbesondere bei gefährdeten Gruppen bereits deutlich gesenkt werden.

Auf die Frage, wann durch Impfungen und Schnelltests wieder größere Lockerungen möglich sein könnten, ohne dass das…