Die Berlinale hat viele Rituale. So tummeln sich normalerweise – trotz des zumeist miesen Wetters im Februar – jede Menge eingefleischter Autogrammjäger an den Straßenecken, an denen Schauspieler und Filmemacher vor ihren Pressekonferenzen aus den Limousinen steigen. Am roten Teppich warten Fans stundenlang auf ihre Lieblingsstars, in der Hoffnung, ein Selfie mit ihnen ergattern zu können, andere wiederum genießen schlichtweg die Atmosphäre des Festivals – ungeachtet der meist frostigen Temperaturen. 

Daneben gibt es eine Horde von Journalisten, die von einer Pressevorführung zur nächsten rennen und versuchen Pressekonferenzen und Interviews in ihre vollgepackten Terminkalender einzubauen, während sie parallel dazu ihre Geschichten schreiben und abliefern müssen.

Ein wunderbarer Wahnsinn, der jedoch in diesem Jahr so nicht passieren wird, zumindest nicht während des ersten Teils des Festivals, der am 1. März  beginnt.

Der Gewinner des Goldenen Bären wird am 5. März bekannt gegeben

2021 – Berlinale in zwei Events

Wegen der Pandemie haben die Organisatoren der Berlinale beschlossen, das Festival in zwei separate Veranstaltungen aufzuteilen. Das „Industry Event“, das nur Filmschaffenden und Presse vorbehalten ist, findet vom 1. bis 5. März online statt, während das „Summer Special“ mit öffentlichen Vorführungen vom 9. bis 20. Juni angesetzt ist.

Das Industry Event dient in erster Linie als alternative Plattform für den European Film Market (EFM), der neben Cannes und dem American Film Market zu den drei wichtigsten Treffpunkten der internationalen Film- und Medienbranche gehört.

Da diese Veranstaltungen eine feste Reihenfolge im Kalender der Filmindustrie haben, musste der Berliner Filmmarkt – sofern er nicht komplett ausfällt – unbedingt im ersten Quartal des Jahres stattfinden. Das gesamte Festival im Juni abzuhalten, um die gewohnten Berlinale-Synergien zwischen Publikum und Filmemachern zu ermöglichen, „wäre zu spät gewesen, das wäre…