Zähe Aufarbeitung
Nach Fifa-Urteil: Noch immer keine Klarheit im WM-Sommermärchen

Das Präsidium des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (v. l. n. r.): Vizepräsident Wolfgang Niersbach, Vizepräsident Theo Zwanziger, Präsident Franz Beckenbauer und der 1. Vizepräsident Horst R. Schmidt

© Kunz/Fotoagentur Kunz/dpa

Die Fifa verfolgt den Sommermärchen-Skandal wegen Verjährung nicht weiter. Offen sind noch eine DFB-Untersuchung und ein mögliches Strafverfahren in Frankfurt. Wirklich neue Erkenntnisse in der Affäre wären aber eine Überraschung.

Den Entscheid aus der Fifa-Zentrale in Zürich nahm Theo Zwanziger wie einen Sieg auf. Doch die zähe Aufarbeitung der Affäre um das WM-Sommermärchen 2006 ist auch nach der Einstellung des Fifa-Ethikverfahrens gegen den ehemaligen DFB-Präsidenten, den damaligen Organisationschef Franz Beckenbauer und den früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt nicht abgeschlossen – und erst recht nicht aufgeklärt. Ob die Hintergründe um die dubiose Zahlung an den einstigen Fifa-Finanzchef Mohamed bin Hammam jemals vollständig ans Licht kommmen werden, ist äußerst zweifelhaft.

Noch immer ist ein Steuerstrafverfahren gegen Zwanziger, Schmidt und den ehemaligen DFB-Chef Wolfgang Niersbach bei der 2. Strafkammer des Landgerichts Frankfurt anhängig. Ob eine Hauptverhandlung eröffnet wird, ist offen. Auf dpa-Anfrage teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag mit, dass die Entscheidung des Schweizer Bundesstrafgerichts in Bellinzona, wo im April 2020 ein Sommermärchen-Verfahren wegen Verjährung eingestellt worden war, noch nicht vorliege. Der Beschluss werde für das Frühjahr erwartet. Alle Beschuldigten in der Affäre hatten die Vorwürfe stets bestritten.

Im Kern geht es um eine 6,7-Millionen-Überweisung

Zudem hatte der aktuelle DFB-Präsident Fritz Keller neue…