Liebe Leserinnen, liebe Leser,

fühlen Sie sich während der Corona-Pandemie auch manchmal wie in einer Realityversion von »The Walking Dead« gefangen? In der Zombieserie mit frappierend monotoner Handlung herrschen eigentlich immer düstere Aussichten; entweder in Form von Attacken körperlich mutierter oder geistig deformierter Mitmenschen. Es gibt zwar auch immer wieder Phasen des Durchatmens, der Hoffnung, des Friedens. Aber Zuschauer, die es bis zur inzwischen zehnten Staffel der Serie geschafft haben, wissen längst, dass diese verlässlich nur Vorboten des nächsten Grauens sind.

Im echten Leben erwischt uns dieses Grauen derzeit einerseits in Form mutierter Viren. Vor zwei Wochen konnte man aufgrund der rasant fallenden Infektionszahlen noch auf baldige Lockerungen hoffen. Nun aber scheint die rapide Ausbreitung von Mutanten alle Anstrengungen der vergangenen Wochen zunichtezumachen. Weiteres Grauen droht, weil einige Ministerpräsidenten trotz der prekären Lage unbeirrt an weiteren Öffnungen festhalten wollen.

Welche Auswirkungen das haben könnte, zeigen Modellierungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). Sie hat ein Prognosemodell erstellt, das für den Fall weitreichender Lockerungen zum 7. März düstere Aussichten bietet: Demnach könnte die Zahl der Intensivpatienten bei zu schnellen Lockerungen und gleichzeitig langsamen Fortschreiten der Impfkampagne auf 25.000 hochschnellen. Bei einer Verlängerung des Shutdowns um lediglich 3,5 Wochen wären die Aussichten sehr viel besser. Eine um drei Wochen spätere Lockerung sei entscheidend, weil dann die Wirkung der Impfungen »der Infektionswelle vorausläuft«. Bei Öffnungen ab 7. März wäre es umgekehrt.

Apropos Impfung: Hier gibt es tatsächlich einmal begründete Hoffnung. Daten aus Israel, das bei der Impfung der Bevölkerung sehr weit fortgeschritten ist, belegen die Wirkung des Biontech-Impfstoffs auch gegen Infektionen. Damit haben Diskussionen um…