Meinung

Fußball-Europapokal
Darum ist die Bundesliga längst zweitklassig

Zum Fürchten ist das Abschneiden der meisten Bundesligaclubs auf europäischer Ebene. Hier reagiert Leverkusens Verteidiger Jonathan Tah auf das Ausscheiden seines Teams gegen Young Boys Bern.

© Ina Fassbender / AFP / DPA

von Dieter Hoß

26.02.2021, 12:20 Uhr

Sobald sich die Bundesliga aus ihrer Blase auf die europäische Ebene begibt, wird schnell deutlich: Was da am Wochenende glänzt, ist selten echtes Gold. Es will zwar keiner hören, aber ohne den FC Bayern wäre der deutsche Fußball längst auch offiziell zweitklassig.

Ach, was wird sie hierzulande gerne belächelt, diese Europa League. Dieser Loser-Cup für die Champions-League-Verpasser, wen interessiert das schon? Fast könnte man meinen, dass sich die Bundesligisten dort auf leichten Sohlen reihenweise ein paar Titel fürs Gemüt und den Briefkopf abholen. Dumm nur, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Bundesligaclubs scheinen das mit dem „Loser-Cup“ in deutscher Gründlichkeit verinnerlicht zu haben: Nie seit der Wettbewerb 2009 eingeführt wurde, erreichte ein deutscher Verein ein Finale, gerade einmal zwei Clubs schafften es ins Halbfinale (Frankfurt und der HSV), ansonsten ist meistens schon lange Schluss, bevor es überhaupt spannend werden kann.

Das kann man jetzt immer noch achselzuckend abtun, und sicherlich lässt sich viel gegen diesen aufgeblähten Wettbewerb sagen. Doch eines lässt sich nicht wegdiskutieren: Das Abschneiden der deutschen Clubs auf europäischer Ebene im Schatten der Erfolge des übermächtigen FC Bayern und mit sehr großen Abstrichen des BVB zeigt auf, wie schwach die Bundesliga längst geworden ist – und das, trotz selbst in Corona-Zeiten großer Öffentlichkeit rätselhafterweise nahezu unbemerkt. 

„Sie waren besser als wir“

Die Young Boys Bern, Meister der als zweitklassig…