Zwei Kontrahenten machen sich warm

Willkommen im Bundestagswahlkampf: Natürlich ist es noch ein wenig hin bis zum Wahltag am 26. September. Doch zwei der Hauptakteure machen bereits Aufwärmübungen für den Haupt-Fight. CDU-Chef Armin Laschet, der Kanzlerkandidat werden will, und Olaf Scholz, der bereits Kanzlerkandidat ist, liefern sich ein recht interessantes Duell um die Besetzung des Chefpostens bei den sogenannten Wirtschaftsweisen.

Der Konflikt, der wohl seit einer Weile im Hintergrund gärt, hat einen ersten Höhepunkt erreicht, weil Laschet nun jede koalitionäre Freundlichkeit fallen lässt und Scholz recht derbe attackiert. Erst warf er dem SPD-Politiker in einem Tweet »Ignoranz und Arroganz« vor. Dann soll er ihn in einer Sitzung der Unionsfraktion auch noch als »Apparatschik der SPD« beschimpft haben.

Es dürfte sich um einen wohl kalkulierten Ausbruch gehandelt haben. Laschet wird wissen, dass eine saftige Attacke auf Scholz und die Sozis bei den eigenen Leuten immer gut ankommt. Er will zeigen, dass er kämpfen kann. Zudem muss er die Frontstellungen im Bundestagswahlkampf vorbereiten. Den Kandidaten der SPD als linkes Schreckgespenst erscheinen zu lassen, gehört dabei seit jeher zum Standard-Framing erfolgreicher Unionswahlkämpfer.

In der Sache wird Laschet sich vermutlich wohl trotzdem nicht durchsetzen: Scholz und die SPD blockieren in der Großen Koalition eine weitere Amtszeit des Laschet-Favoriten Lars Feld als Chef der Wirtschaftsweisen, weil er vielen Genossen schlicht zu neoliberal ist.

Kanzlerin Angela Merkel hat in der Personalie bereits eingelenkt: Nach Angaben von Teilnehmern sagte sie in der Sitzung der Unionsfraktion, dass sie es sehr bedaure, dass es nicht gelungen sei, »Herrn Feld zu verlängern«. Sie habe mehrere Male mit Olaf Scholz gesprochen. Da war nichts möglich mit der SPD. »Ich hätte eine Einigung begrüßt, aber nicht um jeden Preis«, so Merkel.

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