In Mosambik sind den Behörden zufolge 111 Delfine tot an Land gefunden worden. 86 Tiere seien am Strand einer Insel, die zu einem Naturschutzgebiet gehört, im Süden des Landes entdeckt worden, hieß es in einer Mitteilung der nationalen Behörde für Naturschutz ANAC. Bereits am Sonntag seien 25 Delfine im selben Marinepark des Bazaruto-Archipels gefunden worden.

Woran die Delfine gestorben sind, ist noch unklar. Die Tiere zeigten demnach keine Verletzungen, und es gab keine offensichtliche Todesursache. Proben seien für weitere Untersuchungen in ein Labor gebracht worden, hieß es. Zudem sollten Experten am Mittwoch in das Gebiet reisen, um die Vorfälle zu untersuchen.

Das Gebiet um Bazaruto ist der älteste Marinepark in dem südostafrikanischen Land und wurde 1971 geschaffen. In dem 1430 Quadratkilometer großen Gebiet leben über 2000 Fischarten sowie etliche andere Meereslebenswesen, Vögel und Reptilien.

Vergleichbare Fälle in Namibia und den USA

Ein derartiges Massensterben bei Delfinen ist leider kein neues Phänomen. Erst im März des vergangenen Jahres wurden vor der Küste Namibias 86 Schwarzdelfine tot aufgefunden. Die Schutzorganisation Namibian Dolphin Project hatte damals erklärt, dass das Phänomen in dem südafrikanischen Land absolut ungewöhnlich sei. Ähnliches ereignete sich an Frankreichs Atlantikküste einen Monat zuvor.

Auch in den USA geben vergleichbare Fälle immer wieder Rätsel auf: 2015 waren binnen weniger Monate mehr als 400 Delfine an der Ostküste verendet, es war das größte Delfinsterben seit einem Vierteljahrhundert in den USA. Damals, 1987/1988, waren zwischen New Jersey und Florida etwa 750 Tiere verendet. Untersuchungen ergaben, dass die Tiere an einem Virus verendet waren.

Nach der Deepwater-Horizon-Katastrophe im Golf von Mexiko wurden ebenfalls deutlich mehr tote Meeressäuger an einigen Küstenstrichen angeschwemmt als in den Jahren zuvor. Forscher äußerten den Verdacht, dass die Delfine unter den Spätfolgen der Ölkatastrophe…